
Einen unglücklicheren Saisonstart hätte sich Cheftrainer Pal Dardai kaum ausmalen können. Nach den ersten drei Bundesliga-Partien gegen Köln (1:3), Wolfsburg (1:2) und München (0:5) hatte die Alte Dame kein einziges Pünktchen auf dem Konto. Schnell mussten die so ambitionierten Hauptstädter, deren Investor die Hertha als „Big City Club“ bezeichnet hatte, die erste Krise managen. Doch die Kicker von der Spree gaben auf dem grünen Rasen die richtige Antwort: Gegen die beiden Aufsteiger aus Bochum (3:1) und Fürth (2:1) gab es zwei Siege. Es schien so, als hätte Dardai das Hertha-Schiff wieder auf Kurs gebracht. Doch der Schein trog: Gegen RB Leipzig erlebten die Berliner ein 0:6-Debakel, anschließend unterlag man zu Hause auch dem SC Freiburg (1:2).
Was folgte, war eine Art „Hallo-Wach-Effekt“: Erst gewannen Dedryck Boyata und Co. das Auswärtsspiel bei der Frankfurter Eintracht mit 2:1, dann folgte ein 1:0-Heimerfolg gegen Borussia Mönchengladbach. In der zweiten Runde des DFB-Pokals feierten die Herthaner dann beim Regionalligisten Preußen Münster den dritten Pflichtspielsieg in Folge (3:1). Diese Form galt es, am vergangenen Bundesliga-Spieltag bei der TSG Hoffenheim zu bestätigen, doch die Mission misslang (0:2). „Wir müssen jetzt schauen, dass wir wieder die nötige Kompaktheit herstellen“, forderte Abwehrspieler Niklas Stark im Anschluss an die Partie. Vor dem Duell mit der Werkself rangiert die Alte Dame mit zwölf Punkten auf Tabellenplatz 12.
In Kapitän Dedryck Boyata wird der Hertha am Sonntag ein Schlüsselspieler fehlen. Der 30-jährige Innenverteidiger hatte nach einem groben Foulspiel an Hoffenheims Angelo Stiller die Rote Karte gesehen und wurde daraufhin vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für drei Partien gesperrt. Ebenfalls verzichten muss Trainer Dardai auf Torhüter Rune Jarstein (Coronavirus) und Lukas Klünter (Schulterverletzung).
Einer, der sich in Berlin jüngst in den Fokus gespielt hat, ist Marco Richter. Der Flügelstürmer war im vergangenen Sommer vom FC Augsburg in die Hauptstadt gewechselt, kam dort zunächst aber nicht über eine Joker-Rolle hinaus. Mittlerweile gehört der 23-Jährige aber zum Stammpersonal: Richter stand zuletzt fünfmal in Folge in der Startelf und zahlte Dardai dieses Vertrauen mit drei Treffen zurück. Mit insgesamt drei Torbeteiligungen (2 Treffer, 1 Assist) ist Richter aktuell der Top-Scorer bei Hertha BSC.
In Marvin Plattenhardt haben die Berliner einen echten Standard-Spezialisten in ihren Reihen. Das zeigt auch die Statistik: Mehr als die Hälfte ihrer Tore (6 von 11) erzielten die Blau-Weißen nach Standards. Damit ist die Hertha das fünftgefährlichste Team bei ruhenden Bällen in der Bundesliga.
So stark die Berliner Bilanz bei eigenen Standards ist, so ausbaufähig ist sie, wenn der Gegner antritt: Neun Gegentore musste die Hertha nach ruhenden Bällen bereits hinnehmen – der zweitschlechteste Wert in der Bundesliga. Noch anfälliger ist nur Aufsteiger Greuther Fürth. Die Kleeblätter haben bereits elf Standard-Gegentore kassiert. Insgesamt musste Berlins Schlussmann Alexander Schwolow in dieser Bundesliga-Saison schon 23-mal hinter sich greifen. Auch hier zeigte sich im Liga-Vergleich nur die Fürther Defensive (27) noch instabiler. Der Ausfall von Kapitän und Abwehrchef Boyata, mit dem es in den vergangenen drei Spielen „nur“ drei Gegentore gab, dürfte demnach wohl schwer ins Gewicht fallen.
Trotz der 0:2-Niederlage in Hoffenheim zeigte die Leistungskurve der Berliner nach dem misslungenen Saisonstart zuletzt nach oben. Mit Boyata fehlt der Mannschaft in den kommenden Wochen jedoch ein absoluter Stabilisator in der Abwehrzentrale. Dennoch verfügt das Team von Cheftrainer Pal Dardai – in allen Mannschaftsteilen – über ausreichend Qualität, um diesen Ausfall zu kompensieren. Ein einstelliger Tabellenplatz wäre für den Hauptstadtklub vermutlich ein sowohl realistisches als auch akzeptables Saisonziel.

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