
Es hat wieder nicht geklappt: Trotz einer 1:0-Führung verlor der Hamburger SV am vergangenen Samstag beim SC Freiburg am Ende noch mit 1:2. Der Aufsteiger bleibt damit der einzige Bundesligaklub, der bislang noch kein einziges Auswärtsspiel gewinnen konnte. Im Breisgau zeigten die Hanseaten in der ersten Hälfte wenig Präsenz und Intensität. „Wir sind überhaupt nicht gut reingekommen, waren nicht gut in unserer Positionierung, haben nicht die Pressingmomente ausgelöst", monierte HSV-Trainer Merlin Polzin. Und dennoch hatte Innenverteidiger Luka Vuskovic die Hamburger zu Beginn der zweiten Hälfte nach einer Ecke per Kopfball in Führung gebracht. Die allerdings hielt nicht lange. Nur drei Minuten später entschied Schiedsrichter Timo Gerach nach einem Kontakt zwischen Hamburgs Daniel Elfadli und Freiburgs Lucas Höler auf Elfmeter für die Gastgeber und zeigte dem bereits verwarnten Elfadli zudem die Gelb-Rote Karte. Der Knackpunkt in der Partie. Vincenzo Grifo verwandelte den Strafstoß zum 1:1. In Unterzahl musste der HSV nach der nächsten strittigen Szene auch noch das 1:2 einstecken. Dem Treffer von Matanovic war ein Kopfballduell zwischen Johan Manzambi und Hamburgs Jordan Torunarigha vorausgegangen, das HSV-Coach Polzin als regelwidrig wertete: „Für mich ist es eine klare Fehlentscheidung und schwer zu akzeptieren, der Ellenbogen des Gegners ist im Gesicht unseres Spielers und hat da nichts zu suchen. Nichtsdestotrotz nehmen wir es so, wie es gekommen ist.“
Nach der achten Niederlage im 16. Spiel bleibt Hamburg mit 16 Punkten weiterhin auf Platz 13. Vier Punkte beträgt der Vorsprung vor dem Relegationsrang, den aktuell der Stadtrivale FC St. Pauli einnimmt. Die Kiezkicker haben allerdings ein Spiel weniger absolviert.
Der HSV konnte von seinen letzten neun Pflichtspielen nur zwei gewinnen (2:1 gegen den VfB Stuttgart und 3:2 gegen Werder Bremen), holte zwei Remis gegen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt (jeweils 1:1) und verlor fünfmal, darunter auch im DFB-Pokal-Achtelfinale zu Hause gegen Zweitligist Holstein Kiel (2:4 i.E.).
Nur drei Tage nach seiner Verpflichtung vom englischen Zweitligisten FC Southampton feierte Neuzugang Damion Downs sein Startelf-Debüt für die Hamburger. Beim 1:2 in Freiburg stand der ehemalige Kölner aufgrund der angespannten Personallage gerade in der Offensive von Beginn an auf dem Platz. Kapitän Yussuf Poulsen fehlte wegen einer Syndesmoseverletzung, Fábio Baldé und Rayan Philippe mussten wegen einer Erkältung passen, Robert Glatzel befindet sich nach einem Muskelfaserriss noch im Aufbautraining. Den 21 Jahre alten Downs verpflichteten die Hamburger auf Leihbasis. „Damion ist ein vertikaler Mittelstürmer, der über einen guten Mix aus Größe, Tempo und Tiefgang verfügt“, sagt HSV-Sportdirektor Claus Costa über den gebürtigen Bayern. „Mit seinen Stärken im Umschaltspiel und seiner Boxpräsenz passt er sehr gut in das Anforderungsprofil, das wir in enger Abstimmung mit dem Trainerteam erarbeitet haben.“
Gut möglich, dass sich Trainer Polzin für die Partie gegen Bayer 04 nun wieder mehr Optionen im Angriff bieten. Philippe und Baldé könnten nach ihrer Erkältung in den Kader zurückkehren. Bei Robert Glatzel und Yussuf Poulsen ist fraglich, ob es für Dienstag schon reicht. Was die Defensive betrifft: Innenverteidiger Warmed Omari befindet sich noch im Aufbautraining, Daniel Elfadli wird wegen seiner Gelb-Roten Karte aus dem Freiburg-Spiel ohnehin gesperrt fehlen. Dafür steht eventuell wieder Aboubaka Soumahoro zur Verfügung, der nach leichten Knieproblemen auf dem Weg der Besserung ist.
Im Mittelfeld sind die Sommer-Neuzugänge Albert Sambi Lokonga, Fabio Vieira (beide vom FC Arsenal), Nicolai Remberg (Holstein Kiel) und Nicolas Capaldo (FC Red Bull Salzburg) auf Anhieb zu Leistungsträgern geworden. Der Argentinier Capaldo kann wie zuletzt in Freiburg auch in der Dreierkette spielen. Dort hat in Luka Vuskovic ein weiterer Neuer gleich eine Führungsrolle übernommen. Dabei ist der von Tottenham Hotspur ausgeliehene Kroate gerade erst 18 Jahre jung.
Verlassen haben den Hamburger SV zu Jahresbeginn Torhüter Daniel Peretz und Mittelfeldspieler Jonas Meffert. Der vom FC Bayern München ausgeliehene israelische Nationalkeeper Peretz hatte sich in der Hansestadt nicht gegen die Nummer 1 Daniel Heuer Fernandes durchsetzen können und wechselte nun zum FC Southampton. Meffert kehrte nach viereinhalb Jahren beim HSV zum Zweitligisten Holstein Kiel zurück.
Bei keinem Verein ist die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsertrag so groß wie beim Hamburger SV. Während die Rothosen in der Heimtabelle mit 14 Punkten auf Rang 7 liegen, bilden sie in der Auswärtstabelle mit zwei Punkten das Schlusslicht. Nur bei Borussia Mönchengladbach und beim 1. FC Union Berlin konnte der HSV jeweils ein 0:0 holen. Ansonsten setzte es sechs zum Teil deutliche Niederlagen. Lediglich Eintracht Frankfurt (21) kassierte auswärts noch mehr Gegentore als die Hanseaten (18). Und keine Mannschaft erzielte auf des Gegners Platz weniger Tore als das Polzin-Team, das auswärts nur viermal traf.
Am vergangenen Wochenende stellte Hamburg beim 1:2 in Freiburg zudem einen Negativ-Rekord ein: Daniel Elfadlis Gelb-Rote Karte war bereits der sechste Platzverweis (fünfmal Gelb-Rot, einmal Rot) in der laufenden Saison – nur einmal in der Bundesliga-Historie des HSV waren es genauso viele. In der Saison 1994/95 erreichte Hamburg diese Anzahl aber erst nach 34 Spieltagen. Neben den zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen in den vergangenen Wochen sorgten auch die Sperren dafür, dass Merlin Polzin sein Team häufig umstellen musste.
Mit ihrer Transferpolitik für die laufende Saison dürfen die Hamburger sehr zufrieden sein. Fast alle Neuzugänge haben voll eingeschlagen. Die beiden Offensivkräfte Lokonga und Philippe sind mit jeweils vier Treffern die erfolgreichsten Torschützen im Team. Vieira ist mit drei Assists bester Vorbereiter. Yussuf Poulsen, der Leader aus Leipzig, bringt viel Erfahrung mit und wurde sofort zum Kapitän ernannt. Im Mittelfeld sind Nicolai Remberg und Nicolas Capaldo feste Größen.
Der Hamburger Shooting-Star ist aber zweifellos Innenverteidiger Luka Vuskovic. Der 18-Jährige spielt eine bärenstarke Saison. Seit seinem Wechsel auf Leihbasis von Tottenham Hotspur ging der Kroate bei seinen 16 Pflichtspielen für den HSV als zentraler Mann der Dreierkette immer über die volle Distanz. Vuskovic gewann beeindruckende 70 Prozent seiner Zweikämpfe, in der Luft sogar 81 Prozent – das ist jeweils Bundesliga-Bestwert. Ligaweit fing er zudem auch die zweitmeisten gegnerischen Zuspiele ab. Vuskovic glänzt aber nicht nur mit Zweikampfwerten und einer erstaunlichen Abgeklärtheit, er hat auch schon dreimal eingenetzt. Der 1,92-Meter-Mann erzielte beim 3:2-Sieg gegen Werder Bremen ein Traumtor per Volley-Hacke, das kürzlich zum Tor des Monats Dezember gewählt wurde – mit knappem Vorsprung vor dem Freiburger Lucas Höler und Werkself-Profi Martin Terrier, dem gegen den 1. FC Köln ebenfalls ein herrliches Hacken-Tor gelungen war.

Am 15. Spieltag der laufenden Bundesligasaison reist die Werkself zum Hamburger SV. Die Partie steigt am Dienstag, 13. Januar (Anstoß: 20.30 Uhr). Die Bayer 04-Fanbetreuung hat alle Infos zur Begegnung im Volksparkstadion für euch zusammengefasst...
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