
Nach acht Bundesliga-Spieltagen ist die Tabellensituation für viele Klubs mitunter noch schwierig zu beurteilen – das trifft auch auf den 1. FC Köln zu. „Alles ist extrem dicht beieinander“, sagte FC-Innenverteidiger Joel Schmied dieser Tage auf der vereinseigenen Webseite. „Gewinnt man mal ein Spiel, dann ist man plötzlich fast auf einem europäischen Platz. Verliert man, dann ist man fast auf einem Abstiegsplatz.“ In der Tat, der 1. FC Köln ist vor dem 9. Spieltag auf Rang 13 nur drei Punkte von Platz 17 entfernt. Aber es sind eben auch nur vier Zähler Rückstand bis zu Platz sechs.
Wirft man einen Blick auf die vergangenen fünf Pflichtspiele der Kölner, kann man bei zwei Siegen, zwei Remis, nur einer Niederlage und lediglich drei Gegentoren durchaus von einem positiven Trend sprechen. Vor allem die Erfolge im Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) und im DFB-Pokal gegen den 1. FC Union Berlin (5:0) dürften der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben haben. Am vergangenen Wochenende sprang zwar beim Liga-Auswärtsspiel gegen die Eisernen nur ein 1:1 heraus. Aber beim FC durfte man sich dennoch über ein gelungenes Bundesliga-Debüt von Malek El Mala freuen. Der Mittelstürmer hatte wenige Minuten nach seiner Einwechselung auf Vorarbeit seines Bruders Said den Ausgleich für die Gäste erzielt. „Es war ein gerechtes Unentschieden“, sagte FC-Cheftrainer René Wagner nach der Partie.
Vor dem 75. Rheinderby gibt sich Verteidiger Schmied kämpferisch: „Wir haben sehr schnelle Offensivspieler, die es mögen, wenn viel Raum hinter der Abwehrkette ist. Ich glaube, das kann uns auch entgegenkommen gegen große Gegner, die den Anspruch haben, das Spiel zu dominieren.“ Partien gegen Leverkusen seien immer besonders. „Diese Duelle wollen wir gewinnen, auch wenn wir Außenseiter sind. Wir werden alles reinwerfen, wir werden einen guten Matchplan haben.“
Viele Hoffnungen ruhen beim FC auf Ragnar Ache. Der Mittelstürmer absolvierte sein letztes Pflichtspiel Mitte September beim 1:2 gegen den Hamburger SV. Seitdem war der 28-Jährige wegen einer Muskelverletzung ausgefallen. Zuletzt trainierte Ache wieder mit der Mannschaft und dürfte gegen die Werkself erstmals wieder im Kader stehen. Ob es am Sonntag schon für die Startelf reicht, ist aber fraglich. In den vergangenen Wochen setzte Trainer Wagner meist auf die Doppelspitze Marius Bülter und Said El Mala.
In der Verteidigung des FC dürfte es kaum personelle Veränderungen geben. Vor Torhüter Marvin Schwäbe erledigten die beiden Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey und Joel Schmied ihre Aufgaben in den vergangenen Wochen sehr ordentlich. Gleiches gilt für die Außenverteidiger Borna Sosa und Sebastian Sebulonsen. Im defensiven Mittelfeld sorgten Tom Krauß und Paul Okon-Engstler zuletzt für viel Stabilität. Den offensiven Part im Mittelfeld könnten Linton Maina, Isak Johannesson und Mikey Moore übernehmen.
Fehlen werden am Sonntag definitiv noch die Abwehrspieler Timo Hübers (Aufbautraining nach Knieverletzung) und Rav van den Berg (Muskelverletzung) sowie Mittelfeldakteur Ellyes Skhiri (Syndesmosebandriss) und Angreifer Imad Rondic (Muskelverletzung). Auch der niederländische Mittelstürmer Thijs Dallinga arbeitet nach seiner Kreuzband-Verletzung weiterhin im Reha-Bereich.
Obwohl die Kölner oft viele Spielanteile haben und ihre relativ hohen Ballbesitz-Zeiten (52,1 % im Schnitt) eine Dominanz vermuten lassen, entwickeln sie daraus noch wenig Torgefahr: In puncto Chancenverwertung zählt das Team von René Wagner zu den drei schwächsten Mannschaften im Tableau. Neun Tore nach acht Ligaspielen stehen zu Buche. Nach dem Expected-Goals-Wert hätte der FC drei bis vier Tore mehr erzielen müssen. Lediglich der FC Schalke 04 (4), der SC Paderborn 07 (6) sowie der Hamburger SV und der 1. FC Union Berlin (jeweils 7) haben seltener getroffen.
In der Defensive zeigt sich der FC seit einigen Wochen sehr stabil. In den vergangenen fünf Pflichtspielen kassierte Torhüter Marvin Schwäbe nur drei Gegentore, woran auch der Keeper selbst mit starken Leistungen seinen Anteil hatte. Köln lässt hinten wenig zu, musste bisher noch keinen Konter-Gegentreffer schlucken. Zu Hause ist das Wagner-Team in der aktuellen Saison noch ungeschlagen. Drei Siege und zwei Unentschieden, so die Pflichtspiel-Bilanz vor den eigenen Fans. Im RheinEnergieSTADION holten die Rot-Weißen acht ihrer bislang neun Bundesliga-Punkte.

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