
Eine Titelzeile, die nach dem vergangenen Wochenende für beide Teams passt. Während die Werkself nach der 0:2-Niederlage gegen Hertha BSC in Hamburg einen moralisch wichtigen Dreier eingetütet hat, fanden auch die Schalker zurück in die Erfolgsspur: Nach nur einem Sieg und einem Unentschieden aus den vergangenen fünf Rückrunden-Spielen, glückte der Mannschaft von Domenico Tedesco ebenfalls ein 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim – und damit der Anschluss an die Plätze, die am Ende der Saison für das internationale Geschäft berechtigen.
Aus den bisherigen 67 Bundesliga-Duellen beider NRW-Vereine ging die Mannschaft von Bayer 04 fast halb so oft als Sieger hervor. Aus Werkself-Sicht sind es 30 Siege, 20 Unentschieden und 17 Niederlagen gegen Königsblau – nur gegen den VfB Stuttgart konnte Bayer 04 mehr Siege einfahren (34). Besonders in Leverkusen gab es für Schalke 04 eher wenig zu holen – genauer gesagt acht Siege und sieben Unentschieden. 18 Mal sicherte sich die Werkself in heimischen Gefilden drei bzw. zwei Punkte. Beim Blick auf den Direktvergleich stößt übrigens der Punkt „Tore pro Spiel“ ins Auge: Durchschnittlich fielen 3,01 Treffer pro Partie, nur vier Mal endete der Vergleich torlos (Gleiches gilt übrigens für die BayArena, in der in dieser Saison pro Bundesliga-Spiel durchschnittlich drei Treffer gefallen sind).
Vieles spricht also dafür, dass auch am Sonntag gejubelt werden darf. Zum einen blieb die Werkself nur zweimal in dieser Saison ohne eigenen Torerfolg, zum anderen zeigten sich auch die Schalker zuletzt treffsicher: Gegen die TSG Hoffenheim glückte den Gelsenkirchenern im 17. Bundesliga-Spiel in Folge ein Tor – die Serie begann ausgerechnet in der Hinrunde beim 1:1 gegen Bayer 04. Nichtsdestotrotz erweist sich die Tedesco-Truppe als nicht besonders auswärtsstark. Zwar erzielten die Gelsenkirchener in den vergangenen acht Gastspielen elf Treffer, mussten allerdings auch zwölf Gegentore hinnehmen. Von den jüngsten sechs Gastspielen konnte der Revierklub gar nur eins gewinnen (drei Unentschieden, zwei Niederlagen).
Aufseiten der Werkself läuft Leon Bailey in dieser Saison so richtig heiß – auch wenn sich der 20-jährige Jamaikaner wie zuletzt bei seinem Führungstreffer gegen den HSV saucool präsentiert. Am 6. Spieltag, im Hinspiel gegen den FC Schalke, erzielte Bailey seinen ersten Bundesliga-Treffer. Spätestens seitdem hat er so richtig Fahrt aufgenommen: In seinen letzten 17 Liga-Einsätzen war der pfeilschnelle Flügelstürmer an 14 Treffern direkt beteiligt (neun Treffer, fünf Torvorlagen) – nur Bayerns Robert Lewandowski (21) und der Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang (16) haben in dieser Saison mehr Scorer-Punkte gesammelt.
Ebenfalls in bestechender Form präsentiert sich seit Wochen auch Charles Aránguiz. Seit zweieinhalb Jahren trägt der chilenische Nationalspieler das Kreuz auf der Brust. Nun steht der 28-Jährige vor seinem 50. Bundesliga-Spiel (fünf Treffer, sieben Vorlagen). Höchst wahrscheinlich hätte er diese Marke sogar schon viel eher erreicht, doch ein Achillessehnenriss zog den Chilenen kurz nach seinem Wechsel nach Leverkusen über ein halbes Jahr aus dem Verkehr. Auch sein Teamkollege Kevin Volland könnte sich am Sonntag (endlich) mit seinem 50. Bundesligator belohnen. Seit fünf Spielen muss der treffsicherste Schütze der Werkself auf seinen elften Treffer in dieser Saison warten, doch der blieb ihm trotz riesigem Engagements bislang verwehrt – es wäre zugleich ein Meilenstein.
Bislang musste die Werkself fünf Mal in dieser Spielzeit an einem Sonntag ran. Verloren hat die Herrlich-Equipe dabei nie (drei Siege, zwei Unentschieden). Der Gegner aus dem Ruhrgebiet hatte in dieser Saison auch schon vier Sonntagsspiele, aus denen Schalke insgesamt sieben Punkte holte (zwei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage). Allerdings: So richtig gerne spielen die Schalker sonntags nicht – zumindest nicht auswärts: Von den jüngsten zwölf Sonntags-Auswärtsspielen konnten die Königsblauen nur eines gewinnen. Dem gegenüber stehen drei Unentschieden und acht Niederlagen. Und: Am Sonntag droht die 04. Sonntags-Auswärtsniederlage in Serie: Die jüngsten drei Gastspiele am letzten Tag der Woche gingen für S04 verloren, die letzten beiden sogar zu Null. Also, auf geht's, Werkself!
Panos Retsos rückte am vergangenen Wochenende für Jonathan Tah (grippaler Infekt) in die Innenverteidigung und bot eine starke Vorstellung. Allerdings sah er im Hamburger Volksparkstadion auch zum vierten Mal in der laufenden Saison die Gelbe Karte. Als einziger Spieler der Werkself ist er damit im Schalke-Spiel von einer Gelbsperre bedroht. Beim FC Schalke 04 teilen in Matija Nastasic, Naldo, Guido Burgstaller und Daniel Caligiuri gleich vier Profis das Schicksal einer drohenden Gelbsperre. Gegen die Werkself dürfen die Schalker auch wieder auf Max Mayer zurückgreifen, der seine Gelbsperre zuletzt gegen Hoffenheim abgesessen hat. Übrigens: Für Schiri Siebert ist es das zweite Mal, dass er in dieser Saison ein Spiel der Werkself leitet – er war auch beim 1:3 zum Rückrundenauftakt gegen die Bayern dabei. Das war das erste Mal, dass Bayer 04 unter ihm verlor (insgesamt hatte er bei sieben Bayer 04-Pflichtspielen die Spielleitung inne – dabei gab es vier Siege, zwei Unentschieden und halt die Niederlage gegen die Bayern. Zudem zückte er insgesamt 14 Gelbe Karten und zwei Platzverweise gegen Bayer 04).
Das Vorspiel machen zwei Altstars: Weltmeister Dieter Herzog und DFB-Pokalsieger Markus Happe sind die Gäste im Traditions-Stammstisch, der rund eine Stunde vor dem Anpfiff in der Schwadbud (Ost-Tribüne) beginnt. Für das Nachspiel sorgt dann Werkself-Profi Julian Baumgartlinger, der im Anschluss an die Begegnung in der Schwadbud vorbeischauen und beim #W11Fantalk die vergangenen 90 Minuten auf dem Rasen im Gespräch mit Stadionsprecher Tobias Ufer, den Fanbeauftragten Rüdiger Vollborn oder Frank Linde sowie einem Anhänger analysieren wird. Falls ihr Fragen an den Österreicher habt, stellt sie gerne auf Facebook oder Twitter unter Verwendung des Hashtags #W11Fantalk. Los geht’s gegen 18.15 Uhr – auch zu sehen auf www.bayer04.de sowie auf unserem Auftritt auf Facebook.


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