
Erneut hatte Korkut nicht der komplette Kader zur Verfügung gestanden. Verzichten musste der Bayer-04-Coach, dessen Vertrag am Saisonende abläuft, neben Lars Bender (Sprunggelenk-Operation), Kevin Volland (Muskelfaserriss) und dem seit langem gesperrten Hakan Calhanoglu auch auf die angeschlagenen Ömer Toprak, Karim Bellarabi und Kevin Kampl. Und so schickte er dieselbe Startelf wie beim jüngsten 2:2 im Derby gegen den 1. FC Köln ins Rennen.
Die Werkself ließ von Beginn an erkennen, dass sie das Prestigeduell mit den Berlinern gewinnen wollte. Gleich die erste Möglichkeit nutzte Bayer 04 zur Führung: Nach Zuspiel von Julian Brandt traf Chicharito zunächst den rechten Pfosten, setzte aber nach und markierte das 1:0 für die Korkut-Equipe (5.).
In der Folge entwickelte sich ein spritziges Spiel. Auch weil sich die Berliner vom frühen Gegentreffer unbeeindruckt zeigten und phasenweise erkennen ließen, warum sie im oberen Tabellendrittel stehen und die Bundesliga in der kommenden Saison auf der europäischen Bühne vertreten werden. In der Chancenverwertung offenbarte die Hertha allerdings Mängel. Mitchell Weiser ließ Ausgleichschancen per Fuß (9.) und Kopf (22.) liegen.
Angetrieben vom auffälligen Charles Aránguiz entwickelte sich bei Bayer 04 ein Kombinationsspiel, das die Fans leider zu selten in dieser Saison bestaunen durften. Und so kreierte die Werkself Chancen: Julian Brandt (14., 23.) und Julian Baumgartlinger (29.) blieb das Abschlussglück allerdings verwehrt. Doch die Gäste blieben dran und belohnten sich für ihr Engagement. Nach einem herrlichen Doppelpass mit Chicharito netzte Kai Havertz mit gutem Auge, viel Technik und dem rechten Fuß zum 2:0 ein (31.). Kurz vor der Halbzeit luchste Julian Brandt Hertha-Verteidiger Brooks auf der linken Seite den Ball ab, ehe er Aránguiz‘ Zuspiel nutzte und sich auf den Weg Richtung Grundline machte. Von dort aus bediente der Nationalspieler den im Zentrum positionierten Havertz, der mit seinem ersten Doppelpack in der Bundesliga zum 3:0-Pausenstand erhöhte (45.) – der Abiturient liegt damit in der Liste der jüngsten Bundesliga-Doppelpacker auf Rang zwei.
Hertha-Trainer Pal Dardai reagierte zur Pause auf die vielen Schwachstellen in der Defensive und brachte zum Wiederanpfiff in Sebastian Langkamp und Per Skjelbred für Brooks und Allen zwei neue Kräfte. Dadurch fand die Hertha zu deutlich mehr Stabilität in der Defensive und setzte Bayer 04 zunehmend unter Druck. Berlins Stürmer Kalou (48.) und Ibisevic (51., 54.) wussten ihre Chancen aber nicht zu verwerten.
In der 63. Minute brachte Herthas Darida im Strafraum Aránguiz mit einem zu harten Einsteigen zu Fall. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied folgerichtig auf Strafstoß. Der erneut fleißige Stefan Kießling legte sich den Ball zurecht, verwandelte souverän und baute mit seinem vierten Saisontreffer die Führung auf 4:0 aus.
Nach Kießlings Elfmetertreffer wurde die Partie nach und nach zerfahrener, auf beiden Seiten schlichen sich Fehler ein. Einen davon nutzte Weiser in der 71. Minute aus abseitsverdächtiger Position zum 1:4-Anschlusstreffer. Vier Minuten später hatte die Werkself Glück, dass Tin Jedvaj goldrichtig stand und einen Kopfball von Kalou von der Torlinie kratzte (75.).
Es blieb aufregend. In der 81. Minute gingen die Berliner im eigenen Strafraum erneut unglücklich zu Werke. Innenverteidiger Torunarigha brachte den eingewechselten Leon Bailey zu Fall – Aytekin zeigte erneut auf den Punkt. Diesmal machte sich Aránguiz bereit, verwandelte den Elfmeter eiskalt zum 5:1 und krönte seinen starken Auftritt mit einem Tor.
Weitere fünf Minuten später bekamen die gut 55000 Zuschauer im Olympiastadion den dritten Elfmeter zu sehen. Diesmal für die Gastgeber, nachdem Aytekin das Zweikampfverhalten von Jonathan Tah gegen Ibisevic als regelwidrig einstufte. Der eingewechselte Allagui ließ Bayer 04-Keeper Bernd Leno keine Chance (86.).
Doch in der Schlussminute stellte der eingewechselte Joel Pohjanpalo nach feiner Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Danny da Costa den alten Vier-Tore-Vorsprung wieder her – wie schon in der vergangenen Woche gegen Köln offenbarte der Finne seine Stürmer-Qualitäten und erzielte per Kopf sein sechstes Saisontor (übrigens alle als Joker). Mit dem 6:2-Erfolg beendete Bayer 04 die Saison mit 41 Zählern als Tabellenzwölfter.
Statistik
Hertha BSC: Jarstein – Pekarik, Brooks (46. Langkamp), Torunarigha, Plattenhardt – Darida, Allan (46. Skjelbred) – Weiser, Esswein (69. Allagui) – Kalou, Ibisevic
Bayer 04: Leno – Henrichs, Tah, Jedvaj, Wendell (70. Da Costa) – Baumgartlinger, Aránguiz – Havertz, Brandt – Kießling (73. Pohjanpalo), Chicharito (79. Bailey)
Tore: 0:1 Chicharito (5.), 0:2 Havertz (31.), 0:3 Havertz (45.), 0:4 Kießling (64., Foulelfmeter), 1:4 Weiser (71.), 1:5 Aránguiz (81., Foulelfmeter), 2:5 Allagui (86., Foulelfmeter), 2:6 Pohjanpalo (90.)
Gelbe Karten: Allen, Ibisevic, Darida - Wendell (8. Gelbe Karte)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 55617


Den Sprung ins Endspiel knapp verpasst: Beim Finalevent um den DFB-ePokal 2026 bezwangen Marc und Sean Landwehr zwar im Viertelfinale den Vorjahressieger FOKUS, unterlagen dann jedoch im Halbfinale RBLZ Gaming. Neuer ePokalsieger ist Borussia Mönchengladbach. Ende April wartet auf die Leverkusener mit dem VBL Grand Final, der Deutschen Einzel-Meisterschaft, eine weitere Chance auf einen Titel.
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Bedeutender Erfolg: Am 7. Spieltag der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga (Gruppe A) gewann die U19 von Bayer 04 in einem abwechslungsreichen Topspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 4:3 (2:2). In der ersten Hälfte konnte die Werkself durch Dustin Buck (19.) und Emmanuel Chigozie Owen (37.) jeweils die Führung der Gäste ausgleichen. Nach dem Seitenwechsel drehten die Leverkusener das Ergebnis durch das frühe 3:2 von Gabriel Minutillo (47.), der nach einer Stunde auch den vierten Treffer für die Gastgeber beisteuerte. Mainz gelang kurz vor dem Abpfiff nur noch der Anschlusstreffer.
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Das bis dato letzte Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Heidenheim 1846 in der Hinrunde der laufenden Saison ist bei Bayer 04 angesichts des damaligen 6:0-Erfolgs überaus positiv in Erinnerung. Einen ähnlich effizienten und spielfreudigen Auftritt will die Werkself im Rückspiel auf der Ostalb möglichst wiederholen. Dort trifft das Team von Trainer Kasper Hjulmand auf einen FCH, für den bei zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz der Klassenerhalt in immer weitere Ferne rückt. Die Kurzpässe zur Partie am „TOGETHER!“-Aktionsspieltag der DFL gegen Rassismus und Diskriminierung.
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