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19.01.2020Bundesliga

4:1 in Paderborn – Vollands Doppelpack ebnet den Weg

Bayer 04 geht mit reichlich Rückenwind in die Rückrunde: Die Werkself behauptete sich nach einer vor allem in der ersten Halbzeit bemerkenswert reifen Leistung beim SC Paderborn 07 mit 4:1 (3:0). Die Treffer erzielten Kevin Volland mit einem raschen Doppelschlag (11./14.) und Julian Baumgartlinger (36.) vor der Pause. Nach Paderborns Anschluss durch Dennis Srbeny (51.) machte Kai Havertz mit dem vierten Tor alles klar (75.).
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Entsprechend zufrieden zeigten sich nach Abpfiff zwei der Torschützen. „Wir haben eine sehr kontrollierte erste Halbzeit gespielt und es auch verstanden, zur richtigen Zeit die Treffer zu machen. Nach der Pause war es nach dem Paderborner Anschluss eine Weile etwas wackeliger und ein enormes Kampfspiel. Aber wir sind weiter aufs vierte Tor gegangen und haben die Entscheidung so auch herbeigeführt“, sagte Kevin Volland. Auch Kai Havertz hatte wenig auszusetzen und gestattete zudem einen Blick auf persönliche Befindlichkeiten: „Natürlich ist auch von mir eine starke Last abgefallen, weil ich nach vielen Wochen und Spielen endlich mal wieder getroffen habe. Aber viel wichtiger ist, dass wir als Mannschaft heute gut gestartet sind.“

Die taktische Marschroute im dritten Saisonvergleich mit den Paderbornern nach dem 3:2-Erfolg im Hinspiel und dem 1:0-Sieg im DFB-Pokal hatte Chefcoach Peter Bosz im Vorfeld klar umrissen. Konzept, Konzentration, Kompaktheit, Kontrolle – so sollte die Werkself dem vermutlich lauffreudigsten und angriffslustigsten Tabellenletzten der Bundesliga-Historie begegnen. Beim Personal gab es keine großen Überraschungen, zumal die Auswahl bei fünf Ausfällen – die gesperrten Bailey (Rot), Wendell (Gelb-Rot) und Palacios (Rot aus der argentinischen Liga) fehlten ebenso wie der verletzte Aránguiz (Muskelfaserriss in der Wade) und der für Basiliens Olympia-Auswahl abgestellte Paulinho – durchaus begrenzt war: Daley Sinkgraven verteidigte links, Julian Baumgartliger und Kerem Demirbay besetzten die beiden Planstellen im defensiven Mittelfeld und in vorderster Front erhielt Kevin Volland den Vorzug vor Lucas Alario.

Frühe Chance zur Führung

Vom Anpfiff weg entwickelte sich in der Benteler-Arena ein munteres Duell zweier früh attackierender Teams. Gerade mal zwei Minuten brauchte es bis zur ersten aufregenden Aktion: Diaby passte von links nach innen, Volland legte am Fünfer auf Kai Havertz ab, und dessen Flachschuss mit rechts parierte Paderborns Keeper Zingerle mit dem Fuß. Bellarabis zweiter Versuch wurde geblockt – das hätte die zeitige Führung für die Werkself sein können! Auf der Gegenseite hatte Lukas Hradecky keine Mühe, einen Abschluss von Pröger zu parieren (4.).

Vollands Doppelschlag per Kopf

So intensiv, wie Paderborn anlief, war bei der Werkself vor allem Präzision im Passpiel gefragt. Und das klappte bestens: Demirbay half mit, einen eigenen Ballverlust zu reparieren, Baumgartlinger verschäfte das Tempo mit einem Seitenwechsel auf Moussa Diaby, und dessen butterweiche Flanke fand Kevin Volland, der sich wuchtig hochschraubte und mit dem Kopf ins rechte Eck traf – das 1:0 (11.). Und die Werkself legte sofort entschlossen nach: Nach Demirbays Freistoß-Chip brachte Havertz den Ball von links gerade noch hoch nach innen, wo Volland erneut in den zweiten Stock stieg, Vasiliadis im Luftkampf keine Chance ließ und zum 2:0 vollendete (14.) – sein siebter Saisontreffer und mit 157 Sekunden zugleich schnellster Doppelpack!

Karim Bellarabis scharfe Flanke rauschte wenig später quer zum Fünfer an Freund und Feind vorbei (16.), Bayer 04 war auf den Punkt da und bestens im Spiel in den ersten 20 Minuten. Vor allem der extrem ballsichere Demirbay kurbelte bei nunmehr kräftigem Regen klug an und initiierte viele Angriffe. Paderborn lief fast nur hinterher und fand offensiv kaum statt, Prögers Flanke lenkte Hradecky souverän aus der Gefahrenzone (34.). Und die Leverkusener hatten noch einen weiteren Hieb in Hälfte eins zu bieten. Bellarabis Flanke ließ Torwart Zingerle nach vorn klatschen, Julian Baumgartlinger blieb in zentraler Position ganz cool und abgeklärt im Abschluss und stellte auf 3:0 (36.).

Unmittelbar danach rutschte Volland nach Diabys Hereingabe um Haaresbreite an seinem dritten Treffer vorbei (37.). Paderborn verging in dieser Phase Hören und Sehen gegen eine enorm griffige Werkself, die eine bemerkenswert reife und entschlossene Leistung auf den Rasen brachte – das dürfte daheim in Düsseldorf am Fernseher auch Sport-Geschäftsführer Rudi Völler gefallen haben, der wegen einer Erkrankung nicht im Stadion sein konnte.

Paderborn kommt stark aus der Kabine

Die zweiten 45 Minuten begannen aus Paderborner Sicht mit einem Paukenschlag. Nachdem Hradecky kurz zuvor gegen Pröger im Eins-gegen-Eins noch zu retten wusste, ließ er wenig später den Schuss von Gjasula nach vorn prallen, und Norwich-Rückkehrer Dennis Srbeny vollenende im Nachfassen zum schnellen Anschluss der Hausherren (51.). Das war natürlich genau das, was die Werkself unbedingt hatte vermeiden wollen. Paderborn witterte Morgenluft und kam durch Antwi-Adjei gleich zur nächsten guten Gelegenheit (52.). Holtmanns Schuss aus 20 Metern bekam Hradecky erst im zweiten Zupacken zu fassen (55.).

Bayer 04 hatte jetzt alle Mühe, die Ordnung zu wahren gegen nun spürbar beseelte und wuchtige Gastgeber. Kai Havertz' scharfer Schlenzer am Winkel vorbei war eine erste Reaktion im Bemühen um Entlastung (61.), der ein noch abgeblockter Versuch von Volland aus spitzem Winkel ans Außennetz folgte (63.). Auf der anderen Seite rettete Daley Sinkgraven in höchster Not und mit vollem Risiko vor dem einschussbereiten Srbeny und musste danach behandelt werden (65.). Der Niederländer konnte indes weitermachen. Paderborn brachte gleich danach in Mamba für Srbeny seinen letzten Trumpf in der Offensive und besten Torschützen.

Havertz macht alles klar

Auch Peter Bosz reagierte und ersetzte Bellarabi durch Lucas Alario (71.). Der Argentinier rückte ins Zentrum, Volland ging fortan auf links, Diaby wechselte die Seite auf rechts. Hradecky ließ sich von einem frechen Versuch von Mamba fast von der Torauslinie aufs kurze Eck nicht überraschen (74.). Dann zog ein Klasse-Konter der Leverkusener Paderborn den Stecker: Kevin Volland behauptete sich den Ball an der Mittellinie mit robustem Körpereinsatz, leitete zu Moussa Diaby weiter, der mit seiner flachen Hereingabe Kai Havertz fand, und der Nationalspieler traf mit rechts noch leicht abgefälscht zum erlösenden 4:1 (75.). Mitchell Weiser kam anschließend für Sinkgraven (78.).

Sechster Auswärtssieg

Bayer 04 hatte die Dinge jetzt wieder ganz fest im Griff. Demirbays Schuss wurde noch entscheidend abgeblockt, Alarios Kopfball fischte Zingerle gerade noch aus dem Eck (81.). Auch Vollands Schuss, wohl aus leichter Abseitsstellung abgegeben, wurde eine Beute des Torhüters (86.). Wenig später war Schluss, und Bayer 04 hatte erstmals seit 2013 wieder einen Sieg zu Beginn eines neuen Kalenderjahres eingefahren. Zugleich war es bereits der sechste Auswärtssieg für die Werkself in der laufenden Saison.

Bayer 04 wird auch den zweiten Rückrunden-Spieltag mit der Partie am Sonntag um 18 Uhr beschließen: Am 26. Januar gastiert dann Fortuna Düsseldorf in der BayArena.

Die Statistik:

SC Paderborn: Zingerle – Dräger, Kilian, Schonlau, Jans (46. Holtmann) – Pröger, Vasiliadis, Gjasula (60. Sabiri), Antwi-Adjei – Srbeny (65. Mamba), Michel

Bayer 04: Hradecky – L. Bender, Tah, S. Bender, Sinkgraven (78. Weiser) – Baumgartlinger, Demirbay – Bellarabi (71. Alario), Havertz, Diaby – Volland

Tore: 0:1 Volland (11.), 0:2 Volland (14.), 0:3 Baumgartlinger (36.), 1:3 Srbeny (51.), 1:4 Havertz (75.)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Gelbe Karten: Vasiliadis, Gjasula, Sabiri – Havertz

Zuschauer: 14.889

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