
„Wir haben heute verdient gewonnen, auch wenn die Stuttgarter nach der Pause sicher starke 20 Minuten hatten“, sagte Sportdirektor Rudi Völler nach dem Spiel. „Der Sieg war sehr, sehr wichtig für die Tabelle.“ Kai Havertz fand: „Diese drei Punkte tun uns extrem gut und geben uns viel Schwung für die kommende englische Woche. Am Mittwoch müssen wir gegen Bremen nachlegen.“
Heiko Herrlich setzte in der Defensive auch beim VfB auf eine Dreierkette. Für den gesperrten Wendell rückte Panos Retsos ins Team. Anstelle des verletzten Charles Aránguiz (Muskelfaserriss) durfte Dominik Kohr ran. Neu in der Startelf stand auch Admir Mehmedi, der im Mittelfeld den Vorzug vor Benny Henrichs erhielt. Tin Jedvaj konnte erstmals nach langer Verletzungspause wieder auf der Bank Platz nehmen.
Das 75. Bundesligaduell zwischen den beiden Mannschaften versprach einiges: Der VfB hatte in dieser Saison noch kein Spiel in der heimischen Mercedes-Benz-Arena verloren (fünf Siege, ein Unentschieden), Bayer 04 war seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen, länger als jedes andere Team der Liga.
In der Anfangsphase bemühten sich sowohl die Gastgeber als auch die Werkself zunächst um defensive Stabilität und kontrolliertes Aufbauspiel.
Den größeren Druck in Richtung gegnerisches Tor entfachten nach einer guten Viertelstunde die Schwarz-Roten. Julian Brandt bot sich die erste bessere Gelegenheit des Spiels nach Pass von Kevin Volland. Stuttgarts Badstuber bekam aber noch den Fuß dazwischen und blockte zur Ecke ab (17.). Eine Minute später hielt Ron-Robert Zieler einen leicht abgefälschten Schuss von Volland relativ mühelos. Dann aber klingelte es im Kasten des VfB-Keepers: Leon Bailey verlud Pavard in Nähe der linken Eckfahne, legte die Kugel von der Grundlinie perfekt ins Zentrum, wo Kai Havertz am schnellsten schaltete und sicher zur 1:0-Führung für die Werkself einschieben konnte (21.).
Der VfB musste nun mehr ins Offensivspiel investieren. Aber wirklich gefährlich kamen die Stuttgarter trotz erhöhter Angriffsbemühungen nicht vors Leverkusener Tor. Auch bei Freistößen und Ecken der Schwaben ließ die Werkself hinten nichts anbrennen.
In der zweiten Halbzeit stellte Heiko Herrlich personell etwas um. Lars Bender rückte rechts in die Dreierkette, Jonathan Tah wechselte auf die linke Seite. Retsos blieb in der Kabine. Für ihn kam Julian Baumgartlinger ins Spiel.
Der VfB nahm nun das Heft in die Hand und drückte mächtig aufs Tempo. Lars Bender störte Terodde im letzten Moment (47.) nach einer scharfen Hereingabe von Donis. Und dann verhinderte Bernd Leno gleich mehrfach mit sensationellen Paraden den Ausgleich. Erst lenkte er in Weltklasse-Manier einen Distanzschuss von Insua über die Latte (52.), dann entschärfte die Nummer 1 der Werkself Schüsse von Özcan (56.), Donis (60.) und erneut Insua (61.) mit bärenstarken Reflexen.
Bayer 04 jetzt gehörig unter Druck. Nach gut einer Stunde aber kamen auch die Gäste wieder gefährlicher vors VfB-Tor. Nach Flanke von Tah köpfte Lars Bender haarscharf am Kasten vorbei (66.). Dann verfehlte ein Schuss von Baumgartlinger aus 17 Metern knapp das Tor (68.). Die Werkself war jetzt wieder im Spiel. Glück für den VfB, dass es Schiedsrichter Aytekin nach einem rüden Foul von Ascacibar an Julian Brandt bei einer Gelben Karte beließ! (71.) „Für ein ähnliches Foul an Gonzalo Castro hat Wendell in der vergangenen Woche die Rote Karte gesehen“, sagte Rudi Völler nach der Partie.
Kurz nach der Szene die nächste dicke Chance für Bayer 04: Benny Henrichs, der nach seiner Einwechslung gleichermaßen für Stabilität in der Defensive wie für Belebung im Offensivspiel der Werkself sorgte, zog von der linken Strafraumseite ab - Zieler konnte seinen Schuss noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken (73.).
Wenig später schickte Schiedsrichter Aytekin Heiko Herrlich auf die Tribüne, weil der Bayer 04-Coach - emotional erregt - am Spielfeldrand eine Wasserflasche auf den Boden geworfen hatte (76.). Von den Rängen aus durfte Herrlich vier Minuten darauf die 2:0-Führung seiner Mannschaft bejubeln. Lars Bender schraubte sich nach einer Bailey-Ecke am höchsten und vollendete per wuchtigem Kopfball zur 2:0-Führung für Bayer 04 (80.). Der VfB kam eine Minute später noch einmal zu einer Chance durch Özcan - aber der fand wieder einmal in Bernd Leno seinen Meister.
Dominik Kohr und Julian Baumgartlinger schließlich hätten kurz vor Schluss noch erhöhen können: Kohr setzte den Ball nach feinem Zuspiel von Bellarabi links neben das Tor (85.), Baumgartlinger schoss aus 17 Metern knapp über die Latte (90. +3). So blieb es beim 2:0-Sieg der Werkself, die den Stuttgartern damit die erste Heimniederlage der Saison beibrachte.
Für Bayer steht in der Bundesliga schon am kommenden Mittwoch, 13. Dezember, die nächste Aufgabe auf dem Programm. Dann empfängt das Team von Heiko Herrlich Werder Bremen in der BayArena. Die Partie beginnt um 20.30 Uhr.
Die Statistik:
VfB Stuttgart: Zieler – Baumgartl, Badstuber, Kaminski (68. Akolo)– Pavard, Insua - Gentner (73. Mangala), Ascacibar -, Donis, Berkay Özcan (85. Asano) - Terodde
Bayer 04: Leno – Tah, S. Bender, Retsos (46. Baumgartlinger)– Mehmedi (61. Henrichs), Kohr, L. Bender, Bailey – Havertz, Volland, Brandt (72. Bellarabi)
Tore: 0:1 Havertz (21.), 0:2 Lars Bender (80.)
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Gelbe Karten: Ascacibar - Havertz
Zuschauer: 54.000

Am 6. Spieltag der DFB-Nachwuchsliga (Gruppe B) hat Bayer 04 gegen den FC Augsburg 2:3 (2:2) verloren und ist somit in der Hauptrunde nach wie vor sieglos. In Abwesenheit von gleich sechs Akteuren, die das Aufgebot der U19 verstärkten, zeigte das Team von Trainer Benjamin Adam vor allem kämpferisch eine starke Leistung. Am Ende reichte es aber nach dem 3:3 im Hinspiel nicht zu einem erneuten Unentschieden gegen den FCA.
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Wie schon zum Heimspiel gegen Borussia Dortmund kurz vor Weihnachten, können Fans der Werkself erneut die Arbeit des Tafel Leverkusen e.V. mit der Spende von Lebensmitteln unterstützen. Vor der Heimpartie gegen den FC Bayern München am Samstag, 14. März, wird Bayer 04 an den bekannten Sammelstellen vor dem A-Block (Süd-Ost) sowie dem E- und F-Block (Nord-West) die Spenden ab Stadionöffnung um 13.30 Uhr bis zum Anpfiff um 15.30 Uhr entgegennehmen. Eine Spendenabgabe in der Bayer 04-Fanwelt ist am Spieltag leider nicht möglich. Die Tafel bittet in erster Linie um haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel.
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Beste Laune und bis dato nie öffentlich gewordene Storys: Knapp 100 Bayer 04-Fans füllten am Donnerstagabend die Schwadbud im Osten der BayArena, um bei der ersten Ausgabe der neuen Veranstaltungsreihe „Rudi lädt ein“ live dabei zu sein. Dabei hörten sie gespannt zu, wie die langjährigen Werkself-Profis Gonzalo Castro und Stefan Kießling mit Rekordspieler Rüdiger Vollborn und Moderator sowie Stadionsprecher Tobias Ufer über die vielen gemeinsamen Jahre unterm Kreuz sprachen, kuriose Geschichten zum Besten gaben und Kabinen-Geheimnisse ausplauderten. Wer die Premiere verpasst hat, kann sich bereits auf die zweite Ausgabe freuen – am 12. Mai testet Rudi bei einem Quiz-Abend das Expertenwissen der Bayer 04-Fans.
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Das Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg in der Hinrunde war für die Bayer 04-Frauen einer dieser klassisch-sprichwörtlichen „Tage zum Vergessen“. Eingeleitet durch eine Rote Karte gegen Torhüterin Charlotte Voll in der ersten Spielminute und schließlich nach einem weiteren Platzverweis sogar in doppelter Unterzahl unterlag die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold dem Vizemeister 1:5. Am Sonntag, 18.30 Uhr (MagentaSport und DAZN), bietet sich im AOK Stadion die Chance zur Revanche – und auf wertvolle Punkte im Rennen um Rang drei.
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Richtungsweisende Wochen für die U19 von Bayer 04: Zum ersten Rückspiel in Liga A der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga gastieren die drittplatzierten Leverkusener beim SC Paderborn 07 auf Rang zwei, nur ein Zähler trennt beide Teams. Während die U15 bei Borussia Mönchengladbach ihre knappe Tabellenführung verteidigen will, steht für die U12 ein Derby gegen den 1. FC Köln an. Als letztes Nachwuchs-Team starten nun auch die U23-Frauen nach der Winterpause zurück ins Liga-Geschehen – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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