
Geboren in Angers im Westen Frankreichs, zog es Guéla Doué bereits 2011 im Alter von neun Jahren zum FC Stade Rennes. Beim Klub aus der Bretagne durchlief er sämtliche Jugendteams, sammelte Einsatzzeiten in den höchsten französischen Nachwuchsligen, in der UEFA Youth League und später auch bei der Zweitvertretung der Franzosen.
In der Saison 2022/23 wurde der Ivorer allmählich an den Profibereich herangeführt. Sein Debüt für die erste Mannschaft gab er Anfang Februar 2023 – gegen jenen Klub, zu dem er später einmal wechseln sollte: Racing Straßburg. Doué war in der 83. Minute aufs Feld gekommen und half, den 3:0-Sieg über die Zeit zu bringen. Für wen er damals eingewechselt wurde? Für seinen zwei Jahre jüngeren Bruder und heutigen PSG-Star Désiré, der ebenfalls bis dahin seine gesamte Karriere in Rennes verbracht hatte. Wer damals mit Guéla Doué an der Seitenlinie stand und im selben Wechselfenster das Feld betrat? Jeanuel Belocian, den es bekanntlich 2024 zu Bayer 04 zog. Eine weitere Liga-Partie durfte der damals 20-jährige Doué für die Profis in der genannten Saison noch absolvieren, war ansonsten aber weiterhin Bestandteil der Zweitvertretung.



In der Folgesaison gelang dem 1,87 Meter großen Rechtsverteidiger der endgültige Durchbruch im Profi-Bereich. Insgesamt 24 Liga-Partien absolvierte der Ivorer und avancierte schnell zur Stammkraft. Im französischen Pokal, in dem die Reise im Halbfinale vom späteren Sieger Paris Saint-Germain gestoppt wurde, bestritt er fünf Partien. Zudem feierte er sein Debüt auf europäischer Bühne in der UEFA Europa League. Vier Startelf-Einsätze standen auf seinem Konto. Auf Nationalmannschaftsebene gab Doué darüber hinaus in der Spielzeit 2023/24 seine Premiere für die Elfenbeinküste. Für den damals frisch gebackenen Afrika-Cup Sieger um Ex-Leverkusener Odilon Kossounou absolvierte Doué im März 2024 seine ersten Minuten. Heute stehen bereits 24 Länderspiele in seiner Vita.
Seine bis dahin gesamte Klub-Karriere verbrachte Doué also in Rennes, absolvierte in dieser Zeit zahlreiche Partien gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Désiré, mit weiteren späteren Topstars wie Jeremy Doku (heute Manchester City), mit Jeanuel Belocian und auch mit Martin Terrier, der vor seiner Leverkusener Zeit bekanntlich ebenso beim Klub aus der Bretagne spielte. 2024 zog Doué dann weiter, es ging zum Liga-Konkurrenten Racing Straßburg. Beim Klub aus dem Elsass wurde er umgehend Stammspieler und verpasste in der Saison 2024/25 lediglich ein Liga-Spiel angeschlagen und ein weiteres aufgrund einer Gelbsperre.



Insgesamt bestritt Doué für Racing in zwei Jahren 60 Pokal- und Ligapartien, dazu zählen in seiner zweiten Saison auch einige Auftritte als Kapitän - unter anderem in der UEFA Conference League, in der Straßburg vergangene Spielzeit bis ins Halbfinale vordrang. Rayo Vallecano aus Spanien hatte die UECL-Reise der Franzosen schließlich beendet. In die Runde der letzten vier Teams waren Doué und Co. auch im nationalen Pokal eingezogen, dann war gegen OGC Nizza Endstation.
Als wenig später auch die Ligasaison endete, war Sommerpause. Nicht aber für Doué. Auf den Rechtsverteidiger wartete mit der Elfenbeinküste die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika, für ihn nach dem Afrika-Cup zu Beginn des Jahres das zweite große Turnier mit „Les Éléphants“. In allen vier WM-Partien, darunter auch im Gruppenspiel gegen Deutschland, kam der Abwehrmann zum Einsatz. Im Sechzehntelfinale schied die Elfenbeinküste gegen Norwegen um Weltstar Erling Haaland aus.



Nun heißt es für Doué: neue Saison, neues Kapitel. Der 23-Jährige hat dafür erstmals den Schritt aus Frankreich heraus gewagt und unterm Kreuz bis 2031 unterschrieben. In Leverkusen wird er auf einige Kontrahenten vergangener Zeiten treffen, etwa Facundo Medina (zuvor Olympique Marseille), Afonso Moreira (Olympique Lyon) oder Cheftrainer Carles Martínez (FC Toulouse). Eine kleine Verbindung zu seinem neuen Coach hat der Rechtsverteidiger im Übrigen schon: Sein Cousin Yann Gboho spielt beim FC Toulouse, wo er bis zur vergangenen Saison von Martínez trainiert wurde. Doué blickt selbst nun mit voller Vorfreude auf sein neues Kapitel. Und für den „hochklassigen Neuzugang“, wie Geschäftsführer Sport Simon Rolfes ihn beschreibt, kann es offenbar kaum schnell genug losgehen: „Ich freue mich unbändig darauf, mit diesen Jungs zu spielen.“

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