Tapsoba: „In die Gesichter unserer Fans zu schauen, gibt mir den größten Push“

Der Countdown läuft, das DFB-Pokal-Halbfinale steht kurz bevor: Am kommenden Mittwoch, 22. April (Anstoß: 20.45 Uhr/live im ZDF, bei Sky und WOW), empfängt Bayer 04 den FC Bayern München. Die Werkself zeigte beim bis dato letzten Aufeinandertreffen – dem 1:1 im Bundesliga-Heimspiel Mitte März –, dass sie dem Champions-League-Halbfinalisten durchaus gefährlich werden kann.
Eddy Tor

Warum Edmond Tapsoba das Gipfeltreffen gelassen angeht, welche Einstellung dem erfahrenen Verteidiger dabei hilft und was oder wer den 27-Jährigen aus tausenden Kilometern Entfernung antreibt, hat der burkinische Nationalspieler im Gespräch mit bayer04.de verraten.

04 Fragen an... Edmond Tapsoba

Eddy, wie gehst du persönlich in so ein wichtiges Spiel?

Tapsoba: Wir haben dieses Mal im Vergleich zum vergangenen Jahr (1:2 in Bielefeld, Anm. d. Red.) ein Heimspiel, das können wir definitiv als Vorteil für uns nutzen. So war es auch in der Saison, als wir den Pokal geholt haben (4:0 gegen Düsseldorf, Anm. d. Red.). Wir spielen in unserem Stadion, das wir in- und auswendig kennen, vor unseren Familien und unseren Fans. Sie geben uns Energie und stehen immer hinter uns. Wenn wir kurz vor Anpfiff noch einmal alle im Kreis zusammenkommen, verstehen wir manchmal unser eigenes Wort nicht. Wenn wir anschließend zu ihnen laufen und in ihre Gesichter schauen, gibt mir das den größten Push. So wird es auch am Mittwoch sein. Und genau diese Atmosphäre von unseren Fans und von uns in unserem Stadion müssen wir die Bayern spüren lassen. Sportlich gesehen haben sie zudem mehr zu verlieren als wir. Der Druck ist auf ihrer Seite.

Welches Mindset hilft dir in solchen Partien und was gibst du jüngeren Spielern mit?

Tapsoba: Als ich hierherkam, habe ich mich immer so gut es geht auf jeden Gegner vorbereitet. Heute versuche ich, nicht allzu viel darüber nachzudenken. Natürlich analysieren wir alles, aber am Ende muss man bei sich und seinem Team bleiben. Das gebe ich auch den jüngeren Spielern mit: Das Schwierigste ist, in solch einem Spiel überhaupt auf dem Platz zu stehen. Wenn du das geschafft hast, musst du einfach dein Spiel machen und das tun, was du gut kannst.

Wir spielen in unserem Stadion, das wir in- und auswendig kennen, vor unseren Familien und unseren Fans. Diese Atmosphäre müssen wir die Bayern spüren lassen.Edmond Tapsoba

Mit einem aus Münchner Reihen hattest du hier in Leverkusen eine sehr enge Verbindung: Jonathan Tah. Wie ist euer Austausch aktuell?

Tapsoba: Um ehrlich zu sein: Jona und ich haben fast täglich Kontakt – und sprechen über alles, aber nie über die Spiele. Während des Spiels versuchen wir häufig, den anderen aus dem Konzept zu bringen. (lacht)  Für mich ist er wie ein großer Bruder. Jemand, der mir gezeigt hat, wie man die Dinge im Leben angeht. Diese Verbindung bleibt, das ist superschön.

Wie wird so ein großes Spiel in deiner afrikanischen Heimat Burkina Faso verfolgt?

Tapsoba: Ich denke, dass sie wieder eine große Leinwand in der Stadt aufbauen und das Spiel dort zeigen werden. Jeder geht dorthin, um es zu sehen, weil einfach alle Fußball lieben. Es ist eine der Sachen, die die Menschen glücklich machen – und wenn es auch nur für kurze Zeit ist. Wenn zum Beispiel einer von uns Nationalspielern eingewechselt wird und spielt, dann schicken sie mir Videos von vor Ort. Das gibt mir viel Kraft und die Motivation, immer alles zu geben und immer mehr zu erreichen.

Ab Ende April auf Werkself-TV sowie auf dem YouTube-Kanal von Bayer 04 zu sehen: Die exklusive Dokumentation zu Werkself-Profi Edmond Tapsoba. Ende März war eine Bayer 04-Delegation mit Tapsoba in seine Heimat gereist. Dort gab der Werkself-Profi besondere Einblicke in seine fußballerischen Anfänge, die Kultur Burkina Fasos und die inspirierende Arbeit seiner Stiftung „Fondation Edmond Tapsoba“.

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