
Die Frage war: Kann sich der Mittelfeldspieler, der vom Bundesliga-Absteiger VfL Bochum an die Dhünn gekommen war, in einem Klub durchsetzen, in dem es so viele große Namen gab und der in den vergangenen fünf Jahren dreimal deutscher Vizemeister geworden war. Die Antwort darauf gab die Nummer 10 am 25. September 2001.
Elf Pflichtspiele hatte Bastürk bis zum zweiten Gruppenspiel für Bayer 04 schon bestritten: eins im Ligapokal, sieben in der Bundesliga, zwei in der Champions-League-Qualifikation und eins in der Gruppenphase der Königsklasse gegen Olympique Lyon. Immer hatte er in der Startelf gestanden. Bei Klaus Toppmöller, seinem Trainer und Ziehvater schon aus Bochumer Zeiten, war er gesetzt. Aber gegen den FC Barcelona saß Bastürk nun zum ersten Mal auf der Bank, leicht angeschlagen nach dem 1:1 bei Borussia Dortmund am Wochenende zuvor.
Der große Favorit aus Spanien dominierte die Partie von Beginn an, führte nach 22 Minuten 1:0. Und erstmals in dieser Saison wirkte das Toppmöller-Team gehemmt, geradezu ängstlich. Spätestens nach dem verschossenen Elfmeter von Jörg Butt nach einer knappen halben Stunde schien es ein gebrauchter Tag für die Werkself zu werden. Bis zur Pause deutete nichts darauf hin, dass die Gastgeber den Bock noch mal würden umstoßen können.
Toppmöller nahm in der Pause nur eine personelle Änderung vor: Yildiray Bastürk ersetzte Zoltan Sebescen, aus der Vierer- wurde eine Dreierkette. Und ein neues Spiel begann.
Denn es war vor allem Bastürk, der die Mannschaft mitriss. Der wirbelte und sich was zutraute gegen die Kluiverts, Xavis, Puyols und Cocus. Der mit seinem Tor zum 1:1 in der 52. Minute die Wende einleitete und auch danach nicht nur für mehr Spielkultur sorgte, sondern auch als unerschrockener, bissiger Zweikämpfer voranging.
In 45 intensiven Minuten hatte „Illi“ auf großer Bühne gegen einen großen Gegner gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft war. Er hatte den Unterschied ausgemacht beim 2:1-Sieg gegen den FC Barcelona. Er war der „Game-Changer“. Toppmöller gab anschließend zu Protokoll: „Bastürk hat das Spiel gekippt.“
Bastürk selber nannte später – im Rückblick auf diese magische Champions-League-Saison – den Sieg gegen Barcelona ein „Schlüsselspiel für uns“. Aber auch für ihn persönlich war es wohl genau das: ein Schlüsselspiel – ein Schlüsselerlebnis. Spätestens jetzt kannte man seinen Namen in ganz Europa. Und wer unter den Fans jetzt noch daran zweifelte, dass dieser Transfer ein Volltreffer war, dem war eben nicht mehr zu helfen.
Natürlich kam ihm zugute, dass Klaus Toppmöller, der ihn schon in Bochum gefördert hatte, auf technisch versierte Fußballer wie Bastürk stand. „Er hat mir als 18-Jährigem schon das Vertrauen geschenkt und mich behutsam aufgebaut. Toppi wusste einfach, wie er mich anpacken musste. Ich habe ihm sehr, sehr viel zu verdanken.“
Der Trainer war nicht nur von den fußballerischen Qualitäten seines Lieblingsschülers überzeugt. Er hielt auch viel vom Menschen Bastürk. In einem Interview mit dem Spiegel sagte Toppmöller einmal über seinen Spieler: „Das ist einfach ein guter Junge, dem können Sie morgen sagen: ‚Du bekommst jetzt zehn Millionen.‘ Oder Sie sagen Ihm: ‚Ab sofort bekommt du nur noch hundert Euro.‘ Er wird in beiden Fällen gleich gut Fußball spielen, weil er den Fußball einfach liebt. Der hat mit nichts etwas am Hut, lässt nie den Star raushängen. Wenn man ihn morgens sieht, dann könnte er genauso gut einer sein, der hier gleich den Hof fegt. Und wenn er nachmittags wieder geht, dann wie einer, der gerade den Hof gefegt hat, so bescheiden ist der Junge. Der nimmt sich überhaupt nicht wichtig. Wenn sich die anderen nach dem Spiel vielleicht feiern lassen, taucht er lieber gleich wieder in der Anonymität unter. Ein absoluter Musterprofi.“
Die Bodenständigkeit des Türken hat viel mit seiner Herkunft zu tun. Bastürks Eltern kamen 1970 nach Deutschland, lebten zunächst in Bochum-Hordel, später in Herne. Sein Vater arbeitete im Bergbau, seine Mutter war Hausfrau. Das Ehepaar bekam sieben Kinder; Yildiray ist der jüngste von vier Söhnen. Die drei älteren Brüder nahmen ihn oft mit zum Fußballspielen und stellten ihn immer ins Tor. Er habe davon sehr profitiert, sagt Bastürk, weil er lernen musste, sich gegen Ältere und Größere durchzusetzen. Bis zu seinem Wechsel nach Leverkusen wohnte der 22-Jährige, den Trainer Rolf Schafstall beim VfL Bochum zum Kapitän ernannt hatte, noch bei seinen Eltern in Herne.
Unterm Bayer-Kreuz begann für Bastürk tatsächlich in jeder Hinsicht ein neuer Lebensabschnitt. Charakterlich passte der Junge aus dem Ruhrpott bestens zum Werksklub. Dass er auf dem Platz nicht nur mit der Kugel umzugehen verstand, sondern ein echter Malocher-Typ war, bewies der Mittelfeldspieler auch in der Champions League ein ums andere Mal. Der 1,68 m große Bastürk kam in allen 17 Partien zum Einsatz, 13-mal stand er in der Startelf. Er spielte die Saison seines Lebens.
Und zählte auch in der K.o.-Phase zu den überragenden Akteuren. Beim dramatischen 4:2-Sieg im Viertelfinale gegen Liverpool leitete er kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer von Lucio ein. Im Halbfinale beim 2:2 in Manchester machte er ein Tempodribbling nach dem anderen, gewann fast jeden Zweikampf, war überall auf dem Platz zu finden und leistete mit seinem abgefälschten Torschuss die Vorarbeit für Oliver Neuvilles 2:2-Ausgleich. „Es hat so viel Spaß gemacht an diesem Tag! Und ich glaube, das konnte man meinem Spiel auch ansehen“, erinnert sich Bastürk. Selbst United-Coach Sir Alex Ferguson hob seine Leistung nach dem Abpfiff heraus. „Ich fühlte mich sehr geehrt.“
Auch im Rückspiel war es der türkische Nationalspieler, der kurz vor der Pause Neuville einsetzte, der dann mit einem Traumtor unter die Latte das 1:1 erzielte – das Tor, das Bayer 04 den Einzug ins Finale sicherte. „Die letzten Minuten wurden zu einer echten Zitterpartie, weil United noch mal alles auf eine Karte setzte. Aber dann hatten wir es tatsächlich geschafft und das Endspiel erreicht. Da brachen alle Dämme bei uns und unseren Fans.“
Bezeichnend, dass Bastürk den größten internationalen Erfolg der Vereinsgeschichte nicht nur auf die außergewöhnliche spielerische Klasse der Werkself zurückführt. Entscheidend sei gewesen: „Jeder hat jedem geholfen, niemand war sich zu schade, auf dem Platz die Drecksarbeit zu verrichten. Das hat uns ausgezeichnet.“
Für ihn selbst hielt die Saison 2001/02 noch einen weiteren Höhepunkt bereit: Bei der WM in Japan und Südkorea wurde Bastürk mit der Türkei sensationell Dritter. Und landete anschließend bei der Wahl zum Weltfußballer auf dem neunten Platz. „Das hat nach mir kein Türke mehr geschafft. Auch darauf bin ich stolz.“

Nachdem zuletzt bereits Bayer 04-Nachwuchsspieler vollen Einsatz für soziale Projekte gezeigt hatten, engagierten sich nun auch die Eltern von Junioren-Kickern der Werkself für den guten Zweck. Rund 20 Mütter und Väter von Kids der U8-, U9- und U10-Teams trafen sich am Mittwoch, 23. September, am Leistungszentrum Kurtekotten, um auf dem benachbarten Gelände herabgefallene Äpfel zu sammeln – über den daraus entstehenden Apfelsaft freuen sich lokale Kindergärten und Schulen.
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Bayer 04 Leverkusen begrüßt zu Beginn der laufenden Saison 2026/27 ein neues offizielles Mitglied in seinem Sponsorenclub. Das Unternehmen KKV Kabelverlegung GmbH & Co. KG baut seine bereits bestehende Partnerschaft aus und agiert beim Fußball-Bundesligisten ab sofort als Unterstützer auf der nach dem Premium-Bereich zweithöchsten Partnerebene. Als nunmehr offizieller Partner im Sponsorenclub tritt KKV dadurch im Rahmen der Spiele der Werkself in der BayArena mit erheblich aufgewerteter Sichtbarkeit in Erscheinung. Das neue Vertragsverhältnis hat vorerst eine Laufzeit bis zum 30. Juni 2028.
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