Renato Augusto über Corona, Bayer 04 und Kai Havertz

Von Brasilien über die BayArena nach Beijing: 2008 wechselte Renato Augusto aus seinem Heimatland nach Leverkusen und lief fortan viereinhalb Jahre für die Werkself auf. Über eine Zwischenstation in Brasilien folgte der 32-Jährige 2016 dem Ruf aus dem Reich der Mitte – und fand dort seine neue sportliche Heimat. Im Interview mit bayer04.de spricht der Mittelfeldmann von Beijing Sinobo Guoan unter anderem über die Auswirkungen der Corona-Krise in China und zwei Landsmänner in Schwarz-Rot.
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Hallo Renato, die weltweit ausgebrochene Corona-Krise hat ihren Ursprung in China, dem Land, in dem du aktuell lebst. Die chinesische Super League ist derzeit ebenso unterbrochen wie die Bundesliga. Bist du trotz dessen in China geblieben?
Als die Corona-Krise begann, war ich nicht mehr in China und kam dementsprechend erst gar nicht dazu, dorthin zurückzukehren. Die Saison hatte noch nicht begonnen. Wir befanden uns noch mitten in der Vorbereitung, als wir in Spanien von dem Coronavirus und seinen Auswirkungen erfuhren. Daraufhin wurden wir freigestellt und konnten nach Hause fliegen. Auch die Chinesen durften nicht nach China zurückkehren. Wir haben nur ein Spiel in der Champions League bestritten, weil es in Thailand war.

Wie hältst du dich aktuell fit?
Ich bin zu Hause in Rio de Janeiro (Brasilien, Anm. d. Red.). Ich habe mir hier ein eigenes Fitnessstudio aufgebaut und arbeite über das Internet mit dem Trainer-Team zusammen. Ich absolviere täglich meine Trainingseinheiten und versuche mich so fit zu halten.

Ist bei euch schon abzusehen, wie und ob es in der Liga weitergeht?
Es gibt viele Gerüchte darüber, was mit der chinesischen Liga passieren wird. Einige sagen, dass der Pokal verschoben wird und wir nur die Meisterschaft ausspielen werden. Andere sagen, dass in der Liga nur die Hinrunde ausgetragen wird. Wiederum andere sagen, dass es eine Art von Qualifikation von acht Teams geben und dann im K.o.-Modus gespielt wird. Aber im Grunde genommen ist noch nichts entschieden.

Auch deine beiden Landsmänner Paulinho und Wendell, die aktuell unterm Bayer-Kreuz auflaufen, pausieren aktuell. Verfolgst du die Spiele der beiden mit Bayer 04 nach wie vor?
Aufgrund der Zeitverschiebung ist es etwas schwieriger, sich die Spiele anzuschauen. Im chinesischen Fernsehen werden nicht immer alle Bundesliga-Spiele übertragen. Aber immer wenn ich Zeit habe, versuche ich mir das eine oder andere Spiel anzuschauen und fiebere immer mit. Natürlich ist das ein Verein, der sehr besonders für mich war und den ich im Herzen trage.

Kai Havertz nimmt bei der Werkself eine ähnliche Rolle im offensiven Mittelfeld ein, wie du sie viele Jahre mit dem Kreuz auf der Brust innehattest. Wie bewertest du seine Entwicklung?
Ich kann mir ja nicht so viele Spiele anschauen. Aber das, was ich von ihm gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Er hat Qualität, Technik und gute Abschlüsse. Ich denke, dass er in wenigen Jahren einer der besten Spieler weltweit sein kann – und mit Sicherheit ist er einer der besten Spieler der Bundesliga.

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Renato Augusto (l.) spielte in China auch unter Ex-Werkself-Trainer Roger Schmidt.

Zum Abschluss: Bei Beijing Sinobo Guoan hast du auch zwei Jahre unter Trainer Roger Schmidt gespielt – wie war die Zusammenarbeit? Und habt ihr auch mal über Bayer 04 gesprochen?
Ich hatte einen wirklich sehr guten Kontakt zu Roger. Er ist einer der besten Trainer, mit dem ich je zusammengearbeitet und von dem ich sehr viel gelernt habe. Ich konnte mich als Spieler und Person gut entwickeln. Schade, dass ich bei Bayer 04 nicht mit ihm gearbeitet habe. Wir haben uns oft über Leverkusen unterhalten. Über den Ort, den Verein und die Freundschaften, die wir dort geschlossen haben. Leverkusen war oft Thema in unseren Gesprächen.

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