Michael Ballack wird 50 – herzlichen Glückwunsch, Balle!

Der einstige Werkself-Profi Michael Ballack, der 2002 in Leverkusener Diensten als „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden war, feiert am Samstag seinen 50. Geburtstag – und Bayer 04 gratuliert herzlichst!
Michael Ballack

Michael Ballack wird am 26. September 1976 in Görlitz in der damaligen DDR geboren. Schon früh zeigt sich sein Talent für den Fußball. Nach dem Umzug seiner Familie nach Karl-Marx-Stadt, das heutige Chemnitz, beginnt er bei der BSG Motor „Fritz Heckert“ Karl-Marx-Stadt mit dem Fußballspielen. Ab dem siebten Schuljahr besucht er die Kinder- und Jugendsporthochschule und erhält eine systematische Sportförderung, die 1988 zu einem Wechsel zum FC Karl-Marx-Stadt führt.

Vom CFC zur Meisterschaft mit dem FCK

Nach der Wiedervereinigung 1990 wird der FC Karl-Marx-Stadt zum Chemnitzer FC umbenannt und „Balle“, wie er später in Leverkusen gerufen wird, debütiert 1995 in der Profimannschaft des Chemnitzer FC in der 2. Bundesliga. Im März 1996 folgt auch sein erstes Spiel für die U21-Nationalmannschaft. Die Chemnitzer steigen zwar ab, aber Ballack bleibt und ist in der Saison 1996/97 Stammkraft seiner Mannschaft in der Regionalliga Nordost. Als der 1. FC Kaiserslautern, gerade wieder in die Bundesliga aufgestiegen, auf ihn aufmerksam wird, wechselt er in die Pfalz.

In seiner ersten Bundesligasaison kommt er zwar auf 16 Bundesligaspiele, macht aber nur drei Partien von Beginn an. Doch am Ende dieser Saison steht der sensationelle Deutsche Meistertitel des Aufsteigers 1. FC Kaiserslautern und Ballack hält erstmals die Schale in der Hand. In der darauffolgenden Saison läuft es für ihn bei den Pfälzern wesentlich besser und er debütiert im April 1999 sogar für die deutsche Nationalmannschaft.

Endgültiger Durchbruch beim Werksklub

Seinen sportlichen Durchbruch erlebt Ballack dann bei Bayer 04, wo er von 1999 bis 2002 spielt. Hier entwickelt er sich unter den Trainern Christoph Daum, Berti Vogts und Klaus Toppmöller zum kompletten Mittelfeld-Allrounder – technisch stark, torgefährlich, mit Übersicht und Führungsqualitäten. In seiner ersten Saison für die Werkself avanciert er zum Stammspieler. Sie endet allerdings mit dem Unterhaching-Drama und seinem Eigentor zum 0:1. Doch die Saison 2001/02 wird zu seinem absoluten Durchbruch: In seiner wichtigsten, vielleicht sogar besten Saison, in der er in der Bundesliga 17-mal und in der Champions League sechsmal trifft, und an deren Ende die drei Vizetitel in der UEFA Champions League, der Bundesliga und dem DFB-Pokal für die Werkself stehen, verkündet er schon im Dezember 2001 seinen Wechsel zum FC Bayern München zur darauffolgenden Saison. Und er widerlegt in den folgenden Monaten alle skeptischen Bayer 04-Fans mit herausragenden Leistungen.

Michael Ballack

„Fußballer des Jahres“ - aber der Henkelpott fehlt

Auch für die Nationalmannschaft macht er überragende Partien. Mit ihm als Führungsperson erreicht sie bei der WM 2002 in Japan und Südkorea das Finale, nachdem Balle sowohl im Viertelfinale als auch im Halbfinale den entscheidenden 1:0-Siegtreffer markiert hat. Kurz vor seinem Treffer im Halbfinale begeht er vor dem Strafraum ein taktisches Foul. Er bremst einen südkoreanischen Spieler, der sich in aussichtsreicher Schussposition vor der Strafraumgrenze befindet, unsanft und erhält eine Gelbe Karte. Damit ist er für das darauffolgende Endspiel gegen Brasilien gesperrt. Keiner weiß, wie dieses Spiel mit einem in diesem Jahr überragenden Michael Ballack ausgegangen wäre. Zurecht wird er erstmals zum „Fußballer des Jahres“ gewählt.

Direkt in seiner ersten Saison holt er mit dem FC Bayern das Double und wird wieder „Fußballer des Jahres“. Auch 2005 und 2006 gewinnt er mit den Münchenern die Meisterschaft und den DFB-Pokal. 2005 er wird noch einmal als „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet. Doch seinen großen Traum, Champions-League-Sieger zu werden, kann er sich beim FC Bayern nicht erfüllen. Deswegen wechselt er 2006 auf die Insel zu einem Klub, mit dem er hofft, dieses Ziel erreichen zu können: dem FC Chelsea. Mit den Londonern gewinnt er zwar in vier Jahren nur einmal die englische Meisterschaft, aber dafür stehen drei Pokalsiege und vor allem der Einzug ins Champions-League-Finale 2008 gegen Manchester United zu Buche. Der Henkelpott blieb ihm allerdings auch dieses Mal verwehrt.

„Capitano“ bei Heim-WM 2006 - Rückkehr zum Bayer

In der Nationalmannschaft ernennt ihn Teamchef Jürgen Klinsmann bei der Heim-WM 2006 zum Kapitän und er bekommt seinen zweiten Spitznamen: Capitano. Bis zur WM 2010 führt er die Nationalmannschaft immer als Spielführer auf den Platz. Beim FA-Cup-Endspiel von Chelsea gegen den FC Portsmouth vor der WM 2010 in Südafrika erleidet er eine schwere Verletzung und läuft danach nie wieder für die Nationalmannschaft auf. Nach 98 Einsätzen und 42 Toren endet seine Länderspielkarriere.

Als der FC Chelsea Ballack 2010 nur einen Einjahres-Vertrag anbietet, er aber auf einen zweijährigen Kontrakt pocht, wechselt er wieder unter das Bayer-Kreuz. Schon beim Abschiedsspiel von Bernd Schneider am 9. Oktober 2009, bei dem Ballack als Weggefährte von Schnix auch eingeladen ist, skandieren die Bayer 04-Fans: „Micha komm zurück, Micha komm zurück, Micha, Micha, Micha komm zurück.“ So entsteht erst die Idee, ihn ein Jahr später wieder unter das Bayer-Kreuz zu holen. Im Sommer 2010 wechselt er zum zweiten Mal nach Leverkusen.

Michael Ballack

Aber schon am 3. Spieltag zieht er sich eine Fraktur am Schienbeinkopf zu und fällt für den Rest der Hinrunde aus. Er kommt zwar nur auf 17 Spiele in dieser Saison, aber die Werkself qualifiziert sich für die Champions League. Nach der zweiten Saison beendet Ballack seine Zeit bei Bayer 04 und erklärt am 2. Oktober 2012 endgültig das Ende seine aktiven Fußballer-Karriere. Im Anschluss betätigt sich Ballack unter anderem als TV-Experte und in verschiedenen sozialen Projekten. Auch als Werbeträger ist er weiterhin präsent.

Balle hat insgesamt fünf Jahre unterm Bayer-Kreuz gespielt, in denen er das Gesicht von Bayer 04 stark prägte. Vor allem sein erstes Engagement von 1999 bis 2002 und seine Entwicklung in Leverkusen zu einem Weltklassespieler machen ihn zu einer wahren Bayer 04-Legende.

Ähnliche News