„Ich wollte der Welt zei­gen, was ich kann“

Ibra­him Maza im Inter­view mit dem Werks­elf-Maga­zin

In seiner ersten Saison bei Bayer 04 ist Ibrahim Maza ein wichtiger Faktor geworden. Der 20-Jährige blickt schon jetzt auf eine Spielzeit mit herausragenden Ereignissen zurück. Er debütierte in der UEFA Champions League, für Algerien beim Afrika-Cup, schoss in beiden Wettbewerben Tore und etablierte sich als Bundesligaprofi. Im Gespräch mit dem Werkself-Magazin, dessen Ausgabe #55 zum kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg erscheint, beschreibt der Mittelfeldspieler seine Kindheit als Sohn eines Algeriers und einer Vietnamesin in Berlin und hebt die Bedeutung des Bolzplatzes für seine Laufbahn hervor. Außerdem verrät er seinen Berufswunsch außerhalb des Fußballs und spricht über seine Ziele in der aktuellen Saison, an deren Ende für ihn die WM-Teilnahme stehen soll.

Ibo, warst du ein guter Schüler?

Maza: Ich denke, ich war durchschnittlich – nicht schlecht, aber auch nicht der Beste, ich hatte viele Dreien, ein paar Zweien und auch mal ‘ne Vier. Ich war sehr gut in Mathe, in Deutsch hatte ich manchmal ein paar Probleme. (lacht)

Die Frage hat natürlich einen Hintergrund: Trainer Kasper Hjulmand und Geschäftsführer Sport Simon Rolfes rühmen dich als wissbegierig und enorm lernfähig. Dinge, die ja auch einen guten Schüler auszeichnen…

Maza: Es ist natürlich leichter, Dinge zu lernen, die einem Spaß machen, das war in der Schule nicht immer so. Aber ich versuche grundsätzlich, immer etwas zu lernen. Das habe ich beim Fußballspielen im Käfig, in der Jugend im Verein und nun auch bei Bayer 04 gemacht.

Nimm uns doch mal mit in deine Jugend. Wie kann man sich einen typischen Tag des damals zwölfjährigen Ibo in Berlin vorstellen?

Maza: Da bin ich zu Hertha gewechselt, und die weiterführende Schule hat angefangen. Ich war auf einer Sportförderungsschule. Morgens hatten wir deshalb immer Training von acht bis zehn – also Fußballtraining als Schulunterricht. Danach hatten wir bis nachmittags Schule und dann vor dem Training abends ein paar Stunden Pause. Um 17:30 Uhr war Training bis 20 Uhr, danach hat mich mein Vater abgeholt und wir sind nach Hause gefahren. Die Sportförderung hat viel Ruhe und Disziplin in mein Leben gebracht. Wenn der Alltag von acht bis acht durchgetaktet ist, ist man viel zu beschäftigt, um Blödsinn zu machen und abends auch einfach müde.

Wie war euer Familienleben? Dein Vater ist Algerier, deine Mutter Vietnamesin, gelebt habt ihr in Deutschland…

Maza: Es war super. Meine Eltern haben sich im Studium kennengelernt, ich glaube sogar in Köln, also hier im Rheinland. Mein Vater ist Chefarzt, meine Mutter Kita-Leiterin. Uns ging es zum Glück sehr gut, wir hatten alles und haben uns sehr gut verstanden. Meine Mutter war eher diejenige, die schulisch auf uns aufgepasst hat. Mein Vater hat bei mir und bei meinem kleinen Bruder, der mittlerweile bei Hertha spielt, eher auf das Fußballerische geachtet und es gefördert. (lacht) Meine Schwester studiert nun Medizin. Wir sind eine glückliche Familie.

Wie sah es sprachlich aus?

Maza: Unterschiedlich. Meistens wurde Deutsch gesprochen, doch mit meinem Vater habe ich mich auch auf Arabisch unterhalten. Wirklich selten auch auf Vietnamesisch mit meiner Mutter. Das war damals zu kompliziert, aber hoffentlich werde ich es irgendwann noch richtig lernen.

Wie hast du Heimat für dich als junger Kerl definiert?

Maza: Das ist schwierig. Berlin war natürlich zunächst meine Heimat. Ich bin dort aufgewachsen, meine Familie und meine Freunde haben dort gelebt. Aber dann war ich jeden Sommer mit meinem Vater in Algerien, habe die Familie meines Vaters kennengelernt. Das hat mich auch geprägt. Im Winter ging es meistens nach Vietnam, wo das Wetter dann noch schön war, das hat mir auch gefallen. (lacht)

Ibrahim Maza über seine Zeit im Bolzplatz-Käfig

Du stammst aus einer Akademiker-Familie, das galt nicht für alle Jungs, die im berühmten Käfig mit dir gezockt haben. Ist dir das damals aufgefallen?

Maza: Das habe ich ehrlich gesagt nie mitbekommen. Beim Fußball sind alle gleich, da geht es nur um das Spiel. Wir haben gekickt, alle waren froh, lustig und wir haben die Außenwelt um uns herum vergessen. Man konzentriert sich darauf, ein Tor zu schießen oder einen Pana, also Beinschuss, zu drücken, damit man die anderen danach damit aufziehen kann. Das waren sehr schöne Zeiten.

Wie hast du es zeitlich hinbekommen, noch im Käfig zu kicken?

Maza: Zu viel Fußball gab es für mich damals nicht. Wenn wir samstags ein Spiel hatten, haben wir uns sonntags im Käfig getroffen. Und ansonsten im Sommer und in den Ferien, wenn der Vereinsfußball Pause hatte. Dann haben wir uns immer an einem bestimmten Platz getroffen. Das war perfekt für ein Fünf-gegen-fünf. Da waren aber so viele, dass nicht alle spielen konnten, darum haben wir ‚Gewinner bleibt drauf‘ gespielt. Das ging oft drei bis vier Stunden und wenn man als Verlierer vom Platz musste, war man richtig sauer. Ich habe sehr viel aus der Zeit mitgenommen. Man kann immer dazulernen, und man kann auch noch Straßenfußballer werden, wenn man schon in einem NLZ ist. Im Käfig lernt man andere Dinge, aber durch die Intensität lernt man sie sehr schnell.

Was war das Wichtigste, das du auf den Berliner Plätzen gelernt hast?

Maza: Spaß haben. Aber auch: ernst spielen und immer gewinnen wollen. Weil man manchmal bestraft wurde, wenn man zu viel Spaß hatte. Dann wurde man leichtsinnig, hat verloren und musste zuschauen. Die Mischung aus Spaß haben, aber unbedingt gewinnen wollen, war dort schon sehr wichtig. Der Sieg war immer im Hinterkopf, das war eine wichtige Erkenntnis. Und wenn ich nun darüber nachdenke, wahrscheinlich wohl noch wichtiger als das Spaß haben. (lacht)

Du bist kein Hitzkopf, obwohl es im Käfig damals natürlich anders zugegangen ist als im Verein mit Schiedsrichtern und Trainern. Ist es dir wichtig, ein gutes Vorbild zu sein und eventuell auch gewisse Klischees zu widerlegen?

Maza: Es gehört zum Fußball dazu, eine gewisse Disziplin zu haben. Das muss man ab einem bestimmten Alter erkennen, ansonsten wird es zu schwierig, auf hohem Niveau mithalten zu können. Das gilt auch abseits des Platzes: Wenn du abends noch rausgehst und nur ungesunde Sachen isst, nicht gut schläfst, dann bekommst du muskuläre Probleme und verlierst den Anschluss. Und wenn ich spiele, bin ich glaube ich ein sehr fairer Spieler. Ich kann mich nicht an eine Schwalbe von mir erinnern und versuche, so viel einzustecken, wie es geht.

Mit den Erfahrungen von früher und aus deiner Profi- Laufbahn: Elf Künstler spielen gegen elf Arbeiter. Wer gewinnt?

Maza: Das kommt darauf an. Wenn die Künstler nicht arbeiten, wahrscheinlich immer die Arbeiter. Ein Künstler, der nicht arbeitet, ist auf dem Feld nicht so viel wert. Da gibt es leider nur einen, der das kann. Das ist Lionel Messi. Aber wenn die Arbeiter alles investieren, werden sie gegen die Künstler wohl meistens gewinnen.

Wann hast du angefangen, beides zu kombinieren?

Maza: Ich habe Fußball eigentlich immer schon auch gearbeitet. Mein Vater hat mich da sehr geprägt. Als Kind hat man manchmal keinen Bock auf Extraschichten, sondern will einfach nur PlayStation spielen. Aber mein Vater hat mich damals sehr oft noch zusätzlich trainiert, manchmal auch samstags nach den Spielen, wenn ich schlecht gespielt hatte. Da war er schon ein bisschen sauer. (lacht) Bei uns im Hof hatten wir eine Art Tor auf dem Parkplatz, da haben wir dann trainiert – egal, ob ich müde oder es schon dunkel war. Meine Mutter hat uns dann manchmal – zum Glück – reingeholt. (lacht) Damals fand ich das Zusatztraining nicht cool. Aber jetzt, wenn ich zurückblicke, hat es mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Mein Vater hatte einen wirklich großen Einfluss auf meine Entwicklung.

Er war auch dein erster Videoanalyst…

Maza: Ja, er hat schon ganz früh damit begonnen, alle meine Spiele aufzuzeichnen. Da gab es schon als Kind die ersten Analysen am TV. (lacht) Er hatte ein Stativ für seine Kamera, so hat er am Rand die Spiele aufgenommen. Dann wurde die Kamera zu Hause mit dem Fernseher verbunden. Er hat später dann sogar bestimmte Szenen zusammengeschnitten.

War dir das als Jugendlicher auch mal unangenehm, dass er am Spielfeldrand so präsent und aktiv war?

Maza: Eher, wenn er mal reingerufen hat: ‚Lauf!‘ oder ‚Schieß!‘. Mit der Kamera war es mir bei Hertha nur am Anfang unangenehm, weil das keine anderen Eltern gemacht haben. Aber irgendwann war es mir egal – und ich habe ja auch gemerkt, dass es mir genützt hat. Ich muss allerdings sagen, dass er bei meinem Bruder nun etwas entspannter ist. Das finde ich eigentlich unfair. (lacht) Aber man sagt ja immer, der Jüngste hat es unter den Geschwistern immer am besten – und das ist bei uns auch so. Aber mein Bruder arbeitet auch sehr hart, ich freue mich für ihn, dass es gut läuft, gebe ihm Tipps und hoffe, dass er auch bald in der Bundesliga ankommt. Er ist groß, Linksfuß und ich hoffe eigentlich, dass er noch talentierter ist als ich.

Fordern und fördern dich deine Eltern noch immer in dem Maße?

Maza: Meine Eltern sind sehr stolz auf mich, aber sie fordern mich noch immer. Meine Mutter wünscht sich zum Beispiel, dass ich bald anfange zu studieren. Das werde ich auch – als Fernstudium. Ich weiß noch nicht genau, was ich studieren werde. Aber ich wollte früher immer sehr gern Lehrer werden. Ich finde den Job einfach cool. Es gab immer die entspannten Lehrer und die strengen. Ich wäre gern für die Kinder der entspannte und coole Lehrer. Der zwar auch Grenzen setzt, aber der dafür sorgt, dass die Kinder Spaß haben und gern in die Schule gehen.

Momentan kannst du dich aber noch komplett auf die Fußball-Karriere konzentrieren. Ab wann hast du gespürt, dass du Profi werden kannst?

Maza: Das war eigentlich erst, als ich das erste Mal bei den Profis trainiert habe, mit 17 als U19-Spieler bei Hertha. Da wurde mir klar, dass ich es schaffen kann. Das war ein besonderes Gefühl.

Ibrahim Maza beim Abschied von Hertha BSC

Wusstest du vorher nicht, wie gut du bist? Oder dachtest du, dass die Profis besser seien?

Maza: Wohl beides. Als ich zu den Profis gekommen bin, habe ich sie wahrscheinlich ein bisschen überschätzt und mich selbst etwas unterschätzt. Ich dachte anfangs, dass dort alle Rabonas und Okocha-Tricks machen können. Aber wenn du dann mittrainierst merkst du, es sind auch nur Menschen – nur halt Erwachsene –, die Fußball spielen. (lacht) Annehmen, Passen, Dribbeln, das ist alles gar nicht so weit weg. Natürlich war das körperlich und die Mentalität betreffend ein ganz anderes Level als in der Jugend, aber mit dem Ball am Fuß fand ich sogar, dass ich einer der Besten da oben war. Vorher dachte ich allerdings, dass alle wie Sergio Ramos oder Virgil van Dijk verteidigen und man gegen sie mit Tricks nichts ausrichten kann. Wenn man dann spürt, dass man sich auch gegen die Profis durchsetzen kann, wird man immer freier und selbstbewusster.

War das nach deinem Wechsel nach Leverkusen, zu einem Champions-League-Teilnehmer, zunächst ähnlich?

Maza: Hier wusste ich schon eher, was ich kann. Aber die ersten Einheiten waren schon ein bisschen vergleichbar. Doch dann habe ich gespürt, dass die anderen Spieler auch recht schnell gemerkt haben, dass ich etwas draufhabe.

Es gab aufgrund der Position, aber auch deiner Spielweise, viele Vergleiche mit Florian Wirtz. Er hat in der Premier League auch Zeit benötigt, um ins Rollen zu kommen. Hat dir das bestätigt, dass es normal ist, wenn man auf dem nächsten Level nicht sofort durchstartet?

Maza: Ja, das war vergleichbar. Man hat ja vorher gesehen, was Flo hier gezeigt hat, was er kann. Ich wusste auch, dass er es in Liverpool schaffen wird. Eine gewisse Anpassungszeit ist ganz normal. Eine neue Liga, eine neue Mannschaft, ein neues Umfeld – das macht etwas mit einem. Ich habe hier auch etwas Zeit gebraucht, musste reinkommen und mich an die Intensität gewöhnen. Wenn man sich angepasst hat, kann es losgehen.

Wie wichtig ist der Kopf in Phasen, in denen es mal nicht so läuft?

Maza: Es passiert schon sehr viel im Kopf. Man darf sich nicht zu viel davon beeinflussen und einschüchtern lassen. Wenn man immer denkt, dass die anderen Spieler besser sind als man selbst, hilft das nicht. Wenn einer besser ist, ist es doch gut, dann muss man eben versuchen, von ihm zu lernen und sich Dinge abzuschauen – und so auf sein Level zu kommen oder vielleicht sogar besser zu werden.

Hättest du dir bei deinem Wechsel denn vorstellen können, dass du nach einem dreiviertel Jahr da bist, wo du nun bist?

Maza: Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so gut laufen wird. Aber ich freue mich und habe nichts dagegen. Ich habe mich nie nicht wertvoll für das Team gefühlt. Aber ein Moment, der mir gezeigt hat, dass ich der Mannschaft wirklich helfen kann, war, als mich der Trainer auf die Sechser- und Achterposition neben Aleix Garcia gestellt hat. Ab da wurde ich selbstbewusster, besser und auch konstanter. Und ich habe viel gelernt, was die Defensivarbeit und Zweikampfführung angeht. Da habe ich sicherlich einen Schritt gemacht.

Muss man dich angesichts der Vergleiche mit Florian Wirtz und Spitznamen wie Mazadona auf dem Boden halten?

Maza: Es ist immer gut, wenn man versucht, mich auf dem Boden zu halten. Aber ich bin da eigentlich nicht gefährdet, weil ich mich immer bemühe, mir solche Dinge nicht zu Herzen zu nehmen. Mazadona habe ich in Berlin nie gehört, das fand ich witzig, aber deshalb hebe ich nicht ab.

Vor dieser Saison wusste ich, dass ich bereit bin für die Bundesliga und die Champions LeagueIbrahim Maza

Wo siehst du in deinem Spiel noch das größte Verbesserungspotenzial?

Maza: Ich denke bei der Beidfüßigkeit, ab und zu auch bei der Entscheidungsfindung, wohin der Pass gehen soll. Als ich hierhergekommen bin, fand ich es zum Beispiel krass, wie hoch das Level der Basics ist: das Annehmen und Passen in hoher Geschwindigkeit unter Druck. Da habe ich Robert Andrich und Aleix Garcia auch wirklich gesagt, wie stark ich sie finde, das machen sie super mit perfekter Schärfe. Und natürlich noch immer in der Defensive, da hat man als Offensivspieler immer mehr Potenzial. Zudem merke ich durch die hohe Taktung an Spielen, wie wichtig Regeneration, die Ernährung und ausreichend Schlaf sind. Das mit dem Schlafen habe ich immer gut hinbekommen, aber das Thema Ernährung ist nochmal ganz anders in den Fokus gerückt. Bei Hertha gab es in meiner Freizeit mit Freunden schon noch öfter mal Döner oder Burger. Aber hier ist immer Spielvorbereitung oder Regeneration, da kann man sich das nicht erlauben.

Hast du da privat auch etwas umgestellt?

Maza: Am Anfang habe ich noch zu viel Mist gegessen, kochen ist nämlich nicht so meine Stärke. Aber Schicki und Aleix haben mir dann geraten, einen eigenen Koch für die Abende und das Frühstück vor den Spielen zu engagieren. Er weiß genau, womit er mich versorgt und was ich benötige. Da gibt es auch Absprachen mit dem Klub. Und das ist eine der wichtigsten Umstellungen.

Du hattest die vergangenen Jahre schon Angebote, auch aus dem Ausland. Warum war im vergangenen Sommer der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt?

Maza: Die Jahre zuvor wäre das noch zu früh gewesen, da ich erst einmal in das Profi-Leben richtig reinkommen musste. Ich musste gefestigter werden und mich noch entwickeln. Das war für mich bei Hertha einfacher als in einem größeren Klub, in dem du als junger Spieler weniger Spielzeit bekommst. Aber vor dieser Saison wusste ich, dass ich bereit bin für die Bundesliga und die Champions League. Ich wollte der Welt zeigen, was ich kann. Darum bedeutet es mir auch viel, nach dem Spiel bei Benfica Lissabon zum ‚Player of the Match‘ in der Königsklasse gewählt worden zu sein. Der Pokal steht im Wohnzimmer neben meiner PlayStation. Wenn ich zocke, kann ich so immer sehen, wie weit ich wirklich schon gekommen bin. Wenn Freunde da sind, sagen sie manchmal: ‚Wow, das ist wirklich krass, Glückwunsch dazu.‘ Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich selbst immer noch am meisten beeindruckt bin, wenn ich den Pokal sehe. Das ist sehr schön, dann wird es nochmal realistischer. (lacht)

War der Sieg bei Benfica inklusive des Awards bislang dein schönster Moment bei Bayer 04?

Maza: Ich würde eher sagen, der Sieg gegen Manchester City, bei dem ich das Tor von Patrik Schick vorbereitet habe. City, Champions League – niemand hätte gedacht, dass wir da was holen. Dann haben wir es allen gezeigt, 2:0 gewonnen, das war sehr besonders.

Bist du ein Spieler für besondere Partien, für K.-o.-Duelle? Du hast im Pokal in Dortmund getroffen, in Paderborn ein wichtiges Tor gemacht, warst in der Champions League da, als es für Bayer 04 eng wurde…

Maza: Das ist immer eine Extra-Motivation und das liegt mir. Es ist ja immer noch Fußball, da kann alles passieren. Da spüre ich keinen Druck und freue mich einfach auf die Spiele. Wir haben nun schon oft gezeigt, dass wir auch gegen die richtig großen Mannschaften bestehen können, das wollen wir weiterhin tun.

Ibrahim Maza gegen den FC Arsenal

Ist es immer noch surreal, gegen Profis wie Erling Haaland zu spielen oder José Mourinho am Seitenrand zu sehen?

Maza: Gegen Benfica hatte ich im Spiel vergessen, dass Mourinho der Trainer ist. Dann habe ich rausgeschaut und ihn gesehen – und dann nochmal genauer hingeschaut, weil er ja mittlerweile graue Haare hat und ich mir nicht sicher war. Aber dann habe ich ihn erkannt und dachte nur: Krass, er ist es wirklich! Aber noch spezieller war es, als ich in Manchester gegen Phil Foden gespielt habe. Ich kannte ihn aus dem Fernsehen, aus YouTube-Videos, habe ihn immer bewundert. Und dann kam auch noch Haaland rein, er hatte eine ganz schöne Aura, das muss man schon sagen. So ein Riesen-Biest, ein Monster, das war krass. Mir geht es da so, wie es jedem Fan gehen würde. (lacht)

Hast du dir ein Trikot aus dem Spiel gesichert?

Maza: Ich habe eins mit Rayan Aït-Nouri getauscht, mit dem ich in der Nationalmannschaft zusammenspiele. Ich habe auch nach einem von Haaland gefragt, aber er meinte nur, dass schon ein anderer gefragt hat. Aber das sind die Momente, in denen ich merke, dass ich meinen Traum lebe und da unterscheide ich mich gar nicht von den Zuschauern. Das sind für mich riesengroße Stars. Es macht mich auch sehr glücklich, dass ich mittlerweile ab und zu von Gegenspielern nach meinem Trikot gefragt werde, da freue ich mich sehr und tausche natürlich auch immer sehr gern.

Wie fühlt es sich an, dass auch die Bolzplatz-Kids mittlerweile deine Shirts tragen und aus dem Zocker ein Profi geworden ist, dem die anderen nacheifern?

Maza: In erster Linie wirklich sehr, sehr schön. Es ist ein gutes Gefühl, den Kindern und Jugendlichen Freude und auch Hoffnung zu geben. Dass wenn sie dort spielen, die Überzeugung haben, es schaffen zu können, obwohl es nur ein Bolzplatz ist und kein Nachwuchsleistungszentrum. Für viele dort ist es eine große Motivation, zu sehen, dass es Spieler gibt, die aus dem Käfig kommen und nun in der Bundesliga angekommen sind: Ibo hat es geschafft, dann kann ich das auch. In dieser Hinsicht ein Vorbild für genau diese Kids zu sein, bedeutet mir sehr viel.

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