
Wenn er sich morgens um drei – mitten in der Nacht nach Rückkehr von einer internationalen Reise mit der Werkself – bei Wind und Wetter auf sein Rad schwingt, löst das gelegentlich beim einen oder anderen staunende Blicke aus. Rund zwölf Kilometer sind es von der BayArena bis zu seinem Wohnort Leichlingen – eine Strecke, die der nun 60-Jährige konsequent ohne Auto zurücklegt.
Thomas Eichin ist beneidenswert durchtrainiert, ein Sportler durch und durch. Bei Auswärtsspielen zählt er morgens zu den Ersten, die ihre Joggingschuhe schnüren und Kilometer machen – ganz entspannt. Er ist kein Asket, weiß ein Glas Wein und gutes Essen durchaus zu schätzen. Aber Fitness und gesunde Ernährung zählen dennoch zu seinen Steckenpferden. Gut so, denn sonst würde er sein enormes Arbeitspensum wohl kaum mit dieser Energie bewältigen können.
Seit Juli 2023 ist Eichin Direktor Lizenz und damit für vieles zuständig, was man nicht unbedingt sieht: Er kümmert sich um interne Abläufe und Prozesse rund um die Profimannschaften der Frauen und Männer sowie um den Staff, die Organisation, Infrastruktur, Logistik und das Thema Ernährung. Zudem bildet er die Schnittstelle zum Bereich Medizin, zum Marketing, zur Medienabteilung und anderen Bereichen des Klubs. Ein großes Spektrum an Tätigkeiten, das viele Qualitäten erfordert – Struktur, Konsequenz, Antizipationsvermögen, Entscheidungsfreudigkeit und eine Portion Empathie und Pragmatismus. Qualitäten, die sich Eichin über fast drei Jahrzehnte im Profisport erarbeitet hat.
„Thomas Eichin ist für Bayer 04 und für mich persönlich ein ganz wichtiger Mitarbeiter. Er räumt salopp gesagt eine Menge ab und löst Probleme schon mal, bevor sie überhaupt entstehen“, sagt Geschäftsführer Sport Simon Rolfes. „Nicht immer ist das vergnügungssteuerpflichtig, aber er ist ja seinerzeit schon als eisenharter Verteidiger gerne dorthin gegangen, wo es weh tat. Diese Belastbarkeit und Resilienz bringt Thomas immer mit ein, wenn es Themen abzuarbeiten gilt. Er ist eine Führungspersönlichkeit mit Ecken und Kanten und denkt immer im Sinne des Erfolgs.“











Zwölf Jahre spielte Eichin als Verteidiger für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga und absolvierte währenddessen eine Weiterbildung im Bereich Sportmanagement. Bei den Kölner Haien lernte er anschließend eine ganz neue Sportwelt kennen, stieg dort 1999 im Marketing ein und wurde zwei Jahre später Geschäftsführer. Er blieb 14 Jahre und arbeitete in fast allen Bereichen. „Es war ein gewagter Schritt vom Fußball zum Eishockey und von Gladbach nach Köln“, bekannte Eichin in der Rückschau. „Aber es war beruflich auf jeden Fall die Zeit, die mich am meisten geprägt hat.“
Dort galt es, strukturelle Veränderungen zu stemmen wie den Bau des neuen Trainingszentrums und den Umzug von der Lentstraße in die Kölnarena. Unter Eichin gelang es, den Zuschauerschnitt von 3.500 auf 12.000 bis 13.000 zu heben. Im Jahr 2002 feierte man gemeinsam die Deutsche Meisterschaft, 2004 wurde der KEC Pokalsieger. Die Haie hatten sich auch dank ihres damaligen Geschäftsführers zu einer Marke in Europa entwickelt. Und standen Ende der 2000er-Jahre doch vor der Insolvenz. „Ich habe sehr viel gelernt“, sagt Eichin über seine Zeit bei den Haien. Die Verantwortlichen des Klubs bescheinigten ihm bei seinem Abschied 2013 „viel Weitblick, Entscheidungskraft, Engagement und Zähigkeit in guten, aber auch in sehr schweren Zeiten“. Unter seiner Leitung habe es der KEC geschafft, sich sowohl sportlich als auch finanziell zu stabilisieren.
Eichins Schwiegersohn Moritz Müller ist bis heute Kapitän bei den Haien, auch familiär besteht also nach wie vor eine enge Bindung zum Kölner Eishockeyclub. Nach der prägenden Zeit dort zog es Eichin zurück zum Fußball – zunächst als Geschäftsführer Sport zum SV Werder Bremen, später für kurze Zeit zum TSV 1860 München.
Nun also wirkt er schon seit sechs Jahren unterm Bayer-Kreuz und genießt in Leverkusen höchste Wertschätzung. „Thomas ist mit seiner großen Erfahrung und Führungsstärke einer der wichtigsten Köpfe unseres Klubs“, sagt Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung, über den Direktor Lizenz. „Er übernimmt Verantwortung in vielen Bereichen und stellt sich dabei selbst nie in den Mittelpunkt. Seine natürliche Autorität, sein sicheres Urteil und seine Geradlinigkeit bleiben auch in Zukunft von besonderem Wert für Bayer 04.“






Als er 2020 unters Bayer-Kreuz kam, übernahm Eichin zunächst als Leiter Nachwuchs die Verantwortung für das Leistungszentrum mit allen seinen U-Mannschaften. In dieser Position stellte er drei Jahre lang unter anderem die wichtige Verbindung zum Lizenzspielerbereich her. Zudem zählte von Beginn an und bis heute auch die Weiterentwicklung des Bayer 04-Frauenfußballs zu seinen Aufgaben. In enger Kooperation mit Managerin Linda Schöttler schob Eichin in den vergangenen sechs Jahren viele Prozesse unter anderem im strukturellen Bereich der Abteilung an. Auch heute noch steckt er viel Herzblut in diese Arbeit. Die beeindruckende Entwicklung der Bayer 04-Frauen zu einer der Top-Fünf-Mannschaften in Deutschland ist auch sein Verdienst.
Sein Job werde nicht am Schreibtisch erledigt, sagt Eichin selbst. Also ist er viel unterwegs in der BayArena: als aufmerksamer Beobachter, guter Zuhörer und als jemand, der den Status Quo hinterfragt und einen klaren Blick dafür hat, wo und wie etwas optimiert werden muss. Akribisch, belastbar, verbindlich. Und nicht zuletzt: bescheiden.
Dass er in den Medien als „Kabinen-Sheriff“ bezeichnet wurde, bringt ihn zum Schmunzeln. „Ich habe mich nicht gegen den Begriff gewehrt, aber letztendlich ist er ein bisschen überdreht“, sagte Eichin in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. Mag sein, dass er nach außen zuweilen als harter Hund rüberkommt. In Wahrheit verfügt er über feine Antennen und hat nie die Bodenhaftung verloren. Eichin ist in Freiburg in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, seine Mutter lebt dort nach wie vor. Mit seiner Heimat fühlt er sich noch eng verbunden und verbringt mit der Familie gelegentlich sogar den Urlaub im Schwarzwald.
Apropos Familie: Auch die hält den 60-Jährigen auf Trab. Nach Hause kommen, ausruhen, mit Muße ein Buch lesen? Das klappt nur selten.
Wie dem auch sei: Alles Gute zum runden Geburtstag, lieber Thomas! Lass dich von deinen Lieben feiern.

Am 5. Spieltag der Bundesligasaison 2026/27 reist die Werkself zum 1. FSV Mainz 05. Anpfiff ist am Samstag, 10. Oktober, um 15.30 Uhr. Seit dieser Spielzeit ist zudem das neue Fan-Mitfahrportal WERKSELFgo im Einsatz. Die Bayer 04-Fanbetreuung hat vorab alle Infos zur Partie in der MEWA ARENA zusammengefasst.
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Im Rahmen des 3. Spieltags der Ligaphase der UEFA Europa League 2026/27 gastiert Bayer 04 beim griechischen Klub OFI Kreta. Die Partie steigt am Donnerstag, 22. Oktober, um 18.45 Uhr deutscher Zeit (19.45 Uhr Ortszeit) im Pankritio. Alle Infos zum Ticketverkauf.
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Ein Überblick über die aktuellen Ticket-Verkäufe der Heim- und Auswärtsspiele von Bayer 04 in der Saison 2026/27.
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Auch für die ältesten Nachwuchs-Teams von Bayer 04 hat die Länderspielphase ein Ende: Zurück in den jeweiligen DFB-Nachwuchsligen kann die U19 mit einem Dreier gegen Alemannia Aachen die Tabellenführung behaupten, die U17 will ihrerseits den aktuellen Zwei-Punkte-Abstand auf Viktoria Köln im direkten Duell ausbauen. Sowohl auf die U15 als auch auf die U12 warten zudem spannende Derby-Begegnungen mit dem 1. FC Köln – das Nachwuchs-Wochenende im Überblick.
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Die Bayer 04-Frauen haben im Rahmen der Länderspielpause einen Testspiel-Erfolg gefeiert. Ohne insgesamt acht Nationalspielerinnen bezwang die Mannschaft von Trainer Roberto Pätzold den Zweitligisten Borussia Mönchengladbach nach Treffern von Lobke Loonen (1., Foulelfmeter), Caroline Kehrer (41.) und Valentina Mädl (66.) am Leistungszentrum Kurtekotten mit 3:1 (2:1).
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