
„Peter Hermann war für ganz viele Spieler, mit denen er gearbeitet hat, schlicht und einfach Bayer 04“, betont Geschäftsführer Sport Simon Rolfes. „Er stand für diesen Klub wie wenige andere. Mit seiner eigenen herzlichen Art, war er immer für jeden Einzelnen da. Er hat unterstützt, gefördert und vor allem auch gefordert, um uns als Fußballer besser zu machen. Auf Peter konnte man sich verlassen. Bayer 04 Leverkusen trauert um eine ganz große Persönlichkeit des deutschen Fußballs. Peter, wir werden dich vermissen.“
Das hat Peter Hermann im März 2025 zum Abschluss im WDR 2-Podcast „Einfach Fußball“ gesagt. Seine Stimme war schon etwas beeinträchtigt von der Nervenerkrankung, die ihn zuletzt in den Rollstuhl gezwungen hatte. Wer zuhörte bei diesem wundervollen Gespräch über die Liebe zum Fußball, an dem auch Hermanns guter Freund Jürgen Gelsdorf teilgenommen hatte, musste beim letzten Satz unweigerlich schlucken. „Ich habe dem Fußball alles zu verdanken“ – diese Worte berührten, weil sie spürbar aus dem Herzen kamen. Weil sie Ausdruck des Selbstverständnisses eines Mannes waren, den es nie ins Rampenlicht gezogen hat. Und doch gilt natürlich andersherum auch: Der Fußball hat Peter Hermann viel zu verdanken.
Er war der Co-Trainer schlechthin in Deutschland. Renommierter und geschätzter in der Branche als manch ein Chefcoach. Als absoluter Fußball-Fachmann über jeden Zweifel erhaben, machte Hermann nie viel Aufhebens um seine Person. Bodenständig, bescheiden, loyal. Ein Mann mit viel Humor und ohne jede Eitelkeit. Teamplayer, akribischer Arbeiter und guter Zuhörer. Einer, der sich auch in fortgeschrittenem Alter weiterbildete, neugierig blieb und immer up to date war. Der die Spieler mitriss und besser machte, jungen Talenten und gestandenen Stars mit demselben Respekt begegnete. „Peter war immer für mich da“, erinnert sich Bayer 04-Ehrenspielführer Stefan Kießling. „Ich habe ihm viel zu verdanken. Er war ein unglaublich guter Motivator, hat viele Vier-Augen-Gespräche mit den Spielern geführt, weil er einfach über viel Fingerspitzengefühl verfügte.“
Wo immer der Name Peter Hermann auch fällt: Es wird ausschließlich mit Hochachtung von ihm gesprochen. „Er hatte ein unglaubliches Fachwissen. Für mich ist er der beste Co-Trainer, den es je gegeben hat“, sagt Klaus Toppmöller, der 2001/2002 mit Bayer 04 und Hermann an seiner Seite das „Vize-Triple“ holte.
Ähnlich euphorisch äußerte sich einmal Jupp Heynckes über seinen Weggefährten, den er 2009 in Leverkusen kennengelernt hatte. Mit der Werkself wurden die beiden 2011 Vizemeister, zwei Jahre später holte das Duo mit dem FC Bayern das Triple, gewann Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. „Peter ist ein toller Mensch mit einem wunderbaren Charakter. Er hat sehr viel Empathie, findet schnell den Zugang zu Spielern und bekommt schnell ihr Vertrauen. Das ist ganz, ganz wichtig. Wir haben uns blind verstanden – er war mir eine große Stütze und hat in Leverkusen und in München wesentlich zum Erfolg beigetragen. Für mich ist er in all den Jahren zu einem guten Freund geworden.“ Heynckes bestand 2017 auch darauf, dass Hermann bei einem erneuten Einsatz für die Bayern wieder als sein Assistent mitkommen sollte. Der Rekordmeister kaufte den begehrten Co-Trainer damals für eine hohe Summe aus seinem laufenden Vertrag bei Fortuna Düsseldorf heraus. Auch das ein Zeichen für die enorme Wertschätzung, die Hermann in Deutschland genoss. In München wurde er mit Heynckes 2018 nochmal Deutscher Meister, ein Jahr später gewann er unter Niko Kovac mit den Bayern das Double.
Selber einmal irgendwo den Posten als Chefcoach zu übernehmen, hat Peter Hermann nie gereizt. Als Co-Trainer aber war er jahrzehntelang die Idealbesetzung bei vielen Vereinen. Nicht nur bei Bayer 04 und Bayern München. Auch wenn der Werksklub immer einen besonderen Platz in seinem Herzen hatte. Hier hat er in so vielen Funktionen gearbeitet: Als Spieler, Co-Trainer, Interimstrainer in besonders schwierigen Zeiten, Coach der Amateure und in der Scouting-Abteilung. Fast 30 Jahre hat er den Fußball unterm Kreuz mitgeprägt.
Nach seinen fußballerischen Anfängen beim Heimatverein FV Engers 04 und einer weiteren Station beim TuS Neuendorf schaffte Hermann mit 21 Jahren den Sprung in die Bundesliga zum Hamburger SV. Der offensive Mittelfeldspieler spielte in der Hansestadt unter anderem mit Rudi Kargus, Manfred Kaltz und Kaspar Memering in einer Mannschaft. Er schaffte es beim HSV aber nur zu zwei Kurzeinsätzen und wechselte nach einem Jahr zu Alemannia Aachen. Beim Zweitligisten startete Hermann durch, war dort gleich Stammspieler und bestritt in zwei Jahren 71 Pflichtspiele für die Schwarz-Gelben. Bayer 04, 1975 in die 2. Bundesliga aufgestiegen, holte den damals 24-Jährigen im Sommer 1976 unters Kreuz – es war der Beginn einer lebenslangen Verbindung. Auch in Leverkusen machte sich Hermann schnell unentbehrlich. Gleich in seinem ersten Zweitligaspiel unter Trainer Willibert Kremer traf der Neuzugang zum 1:1-Endstand beim VfL Osnabrück. Und stand auch fortan in allen weiteren 37 Spielen in der Anfangsformation. Bis auf zwei Ausnahmen spielte der konditionsstarke Offensivakteur immer über die volle Distanz. Am Ende seiner ersten Saison bei Bayer 04 hatte er neun Tore erzielt.
In der Spielzeit 1978/79 zählte Hermann zu den Bundesliga-Aufstiegshelden. Er trug in 28 Spielen mit zwei Toren und zahlreichen Assists zum bis dato größten Erfolg der Klubgeschichte bei. Die Mannschaft um Torhüter Fred Bockholt, Jürgen Gelsdorf, Thomas Hörster, Dieter Herzog, Norbert Ziegler, Klaus Bruckmann und Matthias Brücken blieb für ihn eine Art zweite Familie. Wann immer es die Zeit zuließ, kam Hermann zu den regelmäßigen Treffen mit den ehemaligen Kollegen, von denen viele auch Jahrzehnte nach dem Aufstieg noch zu seinen engsten Freunden zählten. Wie zum Beispiel Jürgen Gelsdorf. „Wir spielten acht Jahre lang gemeinsam für Bayer 04“, erinnert sich der Vorsitzende der Fußballabteilung des TSV Bayer 04. „Damals trug man die Stutzen noch unten. Peter ist als unermüdlicher Läufer und technisch starker Dribbler dann auch Sonderbewacher der gegnerischen Spielmacher geworden – Paul Breitner wird ein Liedchen davon singen können.“ Insgesamt bestritt Hermann 235 Pflichtspiele für den Werksklub und erzielte dabei 35 Tore.
Jürgen Gelsdorf war es schließlich auch, der seinen Freund 1989 davon überzeugen konnte, als Co-Trainer unter ihm bei Bayer 04 einzusteigen. Hermann hatte gerade seine aktive Spielerlaufbahn beim VfL Hamm/Sieg beendet und sagte sofort zu. „Peter hätte damals sicher nicht gedacht, dass er diesen Job einmal so lange und so erfolgreich machen würde“, sagt Gelsdorf. Hermann sollte tatsächlich als Co-Trainer eine noch erfolgreichere Karriere hinlegen wie als Spieler. Gelsdorf: „Wenn man sich anschaut, mit wie vielen Weltklassespielern er bei all seinen Vereinen gearbeitet hat, mit wie vielen tollen Trainern er vertrauensvoll gearbeitet hat und wie sie alle ausschließlich positiv über ihn sprechen, dann ist das sehr außergewöhnlich. Davor kann man nur den Hut ziehen.“
Nach seiner Zeit mit Jürgen Gelsdorf arbeitete Hermann in Leverkusen als Assistent von Trainern wie Dragoslav Stepanovic, Erich Ribbeck, Christoph Daum, Berti Vogts, Klaus Toppmöller, Klaus Augenthaler und Michael Skibbe. Wenn Not am Mann war, sprang er auch kurzfristig als Interimscoach ein. Seine heikelste, nervenaufreibendste Phase hatte er im Frühjahr 1996. Hermann war für den in der Saisonendphase entlassenen Cheftrainer Erich Ribbeck nun alleine in der Verantwortung. Die Mission Klassenerhalt gelang im letzten Moment dank eines 1:1 im „Endspiel“ gegen Kaiserslautern. „Vor dem Spiel hielt Peter eine sehr emotionale Rede, die uns alle schwer beeindruckt hat“, erinnert sich Torhüter-Legende Rüdiger Vollborn. „Er wusste sehr genau, um was es da ging. Und das hat er uns auch vermittelt. Wir durften einfach nicht absteigen.“
Fast genau 25 Jahre später zögerte Hermann keine Sekunde, als Bayer 04 ihn bat, spontan den Co-Trainerposten unter Hannes Wolf zu übernehmen. Der sollte die Werkself in den letzten acht Spielen noch in einen internationalen Wettbewerb führen. „Dass wir wie erhofft noch die Europa League erreichten, das war auch ein großes Verdienst von Peter“, sagt Rudi Völler, der selbst in einigen Spielen als Bayer 04-Interimscoach auf Hermann als rechte Hand zurückgreifen konnte. „Peter hatte immer einen besonderen Bayer 04-Bezug“, so Völler.
Wohl wahr. Auch während seiner weiteren Stationen in Nürnberg, bei den Bayern, beim FC Schalke 04, dem Hamburger SV, Fortuna Düsseldorf, Borussia Dortmund und beim Deutschen Fußball-Bund blieb Hermanns Lebensmittelpunkt immer Leverkusen-Opladen. Dort hat er Wurzeln geschlagen und eine Familie gegründet. Peter Hermann, 1952 im rheinland-pfälzischen Kleinmaischeid geboren, war ein Leverkusener durch und durch. Aber in erster Linie war er jemand, der den Fußball liebte. Jeder Verein, bei dem er arbeitete, durfte sich seiner Leidenschaft, Professionalität und Identifikation mit dem Klub gewiss sein. Hermann stürzte sich jedes Mal mit demselben Enthusiasmus in neue Aufgaben. Deshalb wurde er überall so geschätzt. Und deshalb nahmen ihm die Fans Wechsel zu anderen Klubs auch nie übel. Selbst als er im Sommer 2022 im Alter von 70 Jahren von den Königsblauen auf Schalke zu den Schwarz-Gelben vom BVB ging, war das kein Problem. Sein halbes Jahr als Assistent von Edin Terzic bei Borussia Dortmund wurde seine letzte Station. Im Dezember 2022 musste Hermann krankheitsbedingt aufhören. „Ich war bei allen Vereinen sehr gerne. Es war eine großartige Zeit. Aber unterm Bayer-Kreuz war es für mich am intensivsten“, sagte Hermann im Rückblick.
Intensiv erlebt hat er als regelmäßiger und gern gesehener Gast in der BayArena auch die historische Doublesaison 2023/24. Hermann verfolgte sämtliche Heimspiele der Werkself an der Seite von Jürgen Gelsdorf. „Die Krönung war natürlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Eigentlich hätten wir diesen Titel viel früher verdient gehabt.“ Wir – Hermann sah sich immer als Teil der Bayer 04-Familie. Zu Recht. Bis zuletzt fühlte er sich auch dem Leverkusener Nachwuchsfußball eng verbunden. So oft es ging, schaute er sich Spiele der U17 und U19 vor Ort an. Und war dabei natürlich immer bestens informiert über die jungen Talente.
Am Samstag ist Peter Hermann im Alter von 74 Jahren verstorben. Bayer 04 trauert um einen guten Freund und Ratgeber. Peter bleibt unvergessen.

Die Frauen-Bundesliga wird ab der kommenden Saison 2027/28 von einem eigenständigen Ligaverband organisiert. Mit dem einstimmigen Beschluss auf dem DFB-Bundestag am Freitagnachmittag ist die Ausgliederung der Liga aus dem Deutschen Fußball-Bund offiziell.
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In jedem der vergangenen vier Spiele war Patrik Schick für die Werkself erfolgreich. Auch gegen seinen ehemaligen Klub RB Leipzig scheint unsere Nummer 14 gern zu treffen. Beim jüngsten Duell der beiden Mannschaften im Mai 2026 in der BayArena netzte Schick gleich dreimal ein...
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Nach dem Bundesligaduell gegen RB Leipzig (Sonntag, 20. September, 15.30 Uhr) geht es für einige Werkself-Profis in die erste Länderspielphase der Saison. Die für ihre Nationalmannschaften abgestellten Bayer 04-Spieler und alle Infos zu ihren bevorstehenden Partien im Überblick.
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Der nächste Auftritt vor heimischer Kulisse wartet: Nach dem erfolgreichen Auftakt in der UEFA Europa League gegen NK Celje empfängt die Werkself im Rahmen des 4. Bundesliga-Spieltags 2026/27 RB Leipzig in der BayArena. Die Partie wird am Sonntag, 20. September, um 15.30 Uhr angepfiffen. Auf der Pressekonferenz vor dem Duell sprach Cheftrainer Carles Martínez unter anderem über die Qualitäten des Gegners und die Arbeit an der eigenen Leistung. Zudem gab der Spanier ein Update zu Ibrahim Maza und Montrell Culbreath.
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