
Bei den Feierlichkeiten im Mai dieses Jahres im Rahmen der „40 Jahre Bundesliga unterm Bayer-Kreuz“ war er nicht zugegen, die tödliche Krankheit hatte ihn da schon fest im Griff. Hubert Makel war vor Ort nicht anwesend, aber er war doch dabei an diesem Abend in den Köpfen und Herzen seiner früheren Teamkollegen. Ausgerechnet sein Torwartkonkurrent Fred Bockholt richtete rührende Worte an das Publikum bei der Wiedersehensfeier in der BayArena: „Es gab damals einen zweiten Torhüter bei uns, der hatte auch unglaublich viel Qualität, aber war mental vielleicht nicht ganz so stark wie ich. Hubert Makel, schade, dass du heute nicht bei uns sein kannst. Alles Gute und ganz viel Glück.“

Hubert Makel, sportlich groß geworden beim SC Brück im rechtsrheinischen Köln, fand Anfang der 1970er Jahre den Weg zu Bayer 04. Als der Schlussmann kam, durchlebte der Verein mit dem Abstieg aus der Regionalliga West und zwei Spielzeiten in der Verbandsliga einige seiner dunkelsten Stunden. Dem tiefen sportlichen Tal folgte 1975 die Rückkehr ins Profilager: Makel feierte mit Gerd Kentschke, Matthias Brücken, Willi Rehbach und Co. unter Trainer Manfred Rummel nach einer souveränen Aufstiegsrunde mit drei Siegen gegen Arminia Hannover und Union Solingen den Sprung in die 2. Bundesliga Nord.
Bayer 04 verpflichtete wenige Wochen später Fred Bockholt als erfahrenen Keeper von Kickers Offenbach, Hubert Makel rückte ins zweite Glied zurück. Klaglos und ohne zu murren. Wenn er gebraucht wurde, war „Hubi“ verlässlich zur Stelle – wie im Februar 1977, als Bockholt im Spiel in Hannover einen Nierenanriss erlitt und Makel ihn viele Monate vertrat. 36 Zweitligaspiele für Bayer 04 kamen so insgesamt für ihn zusammen. In der Bundesliga-Aufstiegssaison 1978/79 war aber Bockholt wieder die uneingeschränkte Nr. 1 im Kasten der Werkself.

Das änderte sich auch danach nicht, und doch hatte auch Hubert Makel seinen Anteil am Leverkusener Klassenerhalt im ersten Bundesliga-Jahr. Und der war nicht gering. Als Bockholt am 30. Spieltag in Bochum früh verletzt vom Platz musste, rückte Makel im Saisonendspurt für die vier letzten Partien zwischen die Pfosten. Kaltes Wasser für den Reservisten in sportlich angespannter Lage, doch Makel bewies Ruhe und Klasse. Bei den beiden entscheidenden Schritten gegen den Abstieg im Ulrich-Haberland-Stadion, den Heimsiegen gegen Schalke 04 (2:0) und Hamburger SV (2:1), vermittelte er seinen Vorderleuten viel Rückhalt. Kevin Keegan, Horst Hrubesch, Felix Magath und Manni Kaltz bissen sich an ihm die Zähne aus, der HSV verspielte in diesem Match die Deutsche Meisterschaft. Die gelungene Premiere im Oberhaus des deutschen Fußballs feierten Bayer 04 und Hubert Makel mit einer zweiwöchigen Traumreise nach Südost-Asien mit Stationen in Djakarta, Singapur und auf Bali.
Im Sommer 1981 beendete Makel seine Bundesliga-Karriere in Leverkusen und wechselte zum Bonner SC. 35 war er da schon. Aber noch längst nicht am Ende seiner Schaffenskraft als Schlussmann. Makel zog es zurück zu seinem Heimatverein SC Brück, bei dem er viele Jahre als Torwarttrainer tätig war. Zugleich gehörte er Anfang der 1990er Jahre zum Team der ersten Stunde bei der Traditionsmannschaft von Bayer 04. 1993/94 gab er sein Comeback für Brück in der Oberliga, als sich der etatmäßige Keeper Michael Nißl verletzt hatte. Mit 48! Auch als Torwart-Methusalem pflückte er den Gegnern noch viele Ball vom Fuß, Makels Ehrgeiz war jung und immer sein Antrieb gewesen.
Für die Bayer 04-Traditionsmannschaft stand Hubert Makel noch im Tor, als er die 60 Jahre schon weit überschritten hatte. Das Team wird am Donnerstag beim Klosterpfortencup in Marienfeld mit Trauerflor antreten.


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