Nach einer ganz starken ersten Halbzeit und einer 2:0-Führung durch Toni Kroos und Stefan Kießling musste sich Bayer 04 am 11. Spieltag bei Schalke 04 zwar noch mit einem 2:2 begnügen, bleibt aber als einziges Team in der Bundesliga ohne Niederlage und damit Spitzenreiter.
Zwei unterschiedliche Halbzeiten bekamen die 61.673 Zuschauer in der ausverkauften Gelsenkirchener Veltins-Arena im Spitzenspiel des 11. Spieltags geboten. In den ersten 45 Minuten schien es so, als sollte die Werkself die Vorlagen der Konkurrenz nutzen und nicht nur Platz eins behaupten, sondern auch die Führung auszubauen.
Nach einer kurzen Ordnungsphase zu Beginn gaben die Leverkusener Gäste bei den "Knappen" bald den Takt vor. Aus einer erneut starken Defensive mit Sami Hyppiä als Souverän in allen Lagen legte die Werkself immer mehr den Vorwärtsgang ein. Vor allem Torjäger Stefan Kießling war in der ersten Hälfte fast nur durch Fouls zu bremsen.
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Stimmen zum Spiel
Felix Magath (Schalke 04): "Leverkusen ist die bisher beste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben. Nach dem 0:2 hatte ich wenig Hoffnung, dass wir nochmal so einen Kraftakt wie letzte Woche schaffen und das Ding noch drehen. Das hat die Mannschaft fantastisch gemacht, sie hat mit hoher Moral gefightet. Spielerisch waren wir aber nicht ebenbürtig."
Sportchef Rudi Völler (Bayer Leverkusen): "Wir sind alle total enttäuscht. Wir haben eine tolle erste Halbzeit gespielt, aber dann unsere Konterchancen nicht genutzt und nicht mehr so gut kombiniert. Gegen die Schalker muss man immer damit rechnen, dass sie mit einem Kraftakt und langen Bällen nochmal kommen. Es tut natürlich weh, es ist eine gefühlte Niederlage. |
Kroos-Kracher zur Führung
Unermüdlich holte sich "Kies" die Bälle, verteidigte sie, legte ab und sorgte so unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw für ständige Unruhe in der Schalker Abwehr. Zwar ergaben sich für die Bayer-Elf, die bis auf den neu hereingekommenen Stefan Reinartz im defensiven Mittelfeld mit der gleichen Start-Formation wie in der Vorwoche antrat, zunächst nicht unbedingt zwingende Möglichkeiten. Aber die Gäste waren gegen offensiv limitierte Schalker deutlich tonangebend.
In der 29. Minute schlug sich das dann auch auf der Anzeigentafel nieder. Nach einem der vielen und gefährlichen Standards war Toni Kroos zur Stelle und hämmerte eine abgewehrte Ecke aus 18 Metern von halblinks volley unhaltbar ins rechte Eck. "Der Ball schlug genau neben dem Pfosten ein. Da konnte ich nichts machen", musste Schalkes Torwart Manuel Neuer hinterher zugeben.
Wuchtiger Kießling
Bayer hielt das Tempo hoch, ging das Spiel weiter gut strukturiert an und zog seine Linie bis zur Pause durch. Nachdem Eren Derdiyok nach einem klugen Zuspiel von Kießling nur den Pfosten traf, war Bayers Torjäger Nummer eins dann kurz darauf selbst zur Stelle. Nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta von rechts köpfte Kießling wuchtig und unhaltbar aus zehn Metern rechts oben zum 2:0 ein (44.).
Wenig später hatte er sogar seinen achten Saisontreffer auf dem Kopf, doch Neuer reagierte prächtig. Zur Pause durften die Gastgeber das Gefühl haben, noch gut bedient zu sein. Auch Bundestrainer Löw bescheinigte der Werkself eine starke Leistung.
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Castro und Hyypiä angeschlagen raus |
In der zweiten Hälfte begnügte sich Bayer 04 dann zunächst mit der Spielkontrolle, was zunächst auch gut gelang, weil die Abwehr stabil stand und Schalke außer langer Bälle und einiger unpräziser Passversuche in den Raum nichts zu bieten hatte. Dann passierten aber zwei Dinge, die den Gastgebern in die Karten spielten.
Zunächst musste Gonzalo Castro angeschlagen für Hans Sarpei weichen (61.) und dann musste auch Hyppiä vorzeitig raus (74.). Schalke witterte Morgenluft und schob das Spiel immer weiter Richtung Bayer-Strafraum. "In der Phase haben wir unsere Konter schlecht gespielt und waren zu passiv", gab Kroos hinterher zu.
Schalker Wille
Zwar waren die "Königsblauen" kaum gefährlich, aber der pure Wille der Gastgeber wurde belohnt. Zunächst stocherte Kevin Kuranyi einen Ball aus dem Gewühl im Fünfer zum 1:2 ins Tor (83.) und dann nutzte Vicente Sanchez eine Kopfballverlängerung noch zum 2:2 (88.). „Nach der ersten Hälfte war es eigentlich unnötig, dass wir das noch aus der Hand geben“, meinte der wenig geprüfte Adler.
Und so blieb ein zwiespältiges Gefühl, von dem allerdings die positiven Faktoren überwiegen. Als einzige Mannschaft ist Bayer 04 nach elf Spieltagen noch ohne Niederlage und behauptete mit 23 Punkten Platz eins vor Werder Bremen (22).
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Statistik:
FC Schalke 04: Neuer - Höwedes, Zambrano, Bordon, Westermann, Moritz (67. Rakitic), Rafinha, Schmitz, Holtby (41. Sanchez), Farfan, Kuranyi
Bayer 04: Adler - Schwaab, M. Friedrich, Hyypiä (74. Sinkiewicz), Castro (61. Sarpei), Vidal, Reinartz, Barnetta (89. Bender), Kroos, Kießling, Derdiyok
Tore: 0:1 Kroos (29.), 0:2 Kießling (44.), 1:2 Kuranyi (83.), 2:2 Sanchez (88.)
Gelbe Karten: Farfan, Rafinha, Bordon - Schwaab, Reinartz
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer: 61.673 (ausverkauft -Veltins-Arena, Gelsenkirchen) |